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Welche Hausmittel helfen bei trockenen Augen?
Brennen die Augen nach einem langen Arbeitstag? Umwelteinflüsse wie trockene Luft, Bildschirmarbeit oder Schadstoffe können die Augen belasten und zu Beschwerden führen. Doch es gibt wirksame Wege, um die Augen zu schützen und Beschwerden zu lindern.
Trockene Augen: Symptome kennen
Der Körper sendet klare Signale, wenn die Augen überreizt sind. Typische Symptome für trockene Augen sind Brennen, Juckreiz, Fremdkörper- oder Spannungsgefühl, Druckempfinden, vermehrte Lichtempfindlichkeit, gerötete Bindehaut sowie verschwommenes Sehen.
Diese Beschwerden entstehen meist, wenn der Tränenfilm gestört ist – jene dünne Schutzschicht, die das Auge feucht hält und vor Fremdkörpern schützt. Werden die Symptome ignoriert, kann das Risiko für Entzündungen oder chronische Reizungen steigen.
Hausmittel: Natürliche Helfer gegen trockene Augen
Wer nach sanften Lösungen sucht, kann zu bewährten Hausmitteln gegen trockene Augen greifen.
Als besonders wirksam gelten warme Kompressen, die auf die geschlossenen Augen gelegt werden – sie regen die Talgdrüsen an den Lidrändern an und verbessern die Qualität des Tränenfilms. Sanfte Lidmassagen können die Durchblutung fördern und verklebte Drüsenausgänge lösen.
Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die natürliche Tränenproduktion. Empfohlen sind mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit täglich, am besten eignen sich Wasser oder ungesüßte Tees.[1] Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Walnüssen oder fettem Fisch können zudem entzündungshemmend wirken und die Zusammensetzung des Tränenfilms positiv beeinflussen.
Bleiben die trockenen Augen trotz Hausmitteln über mehrere Tage bestehen, sollten befeuchtende Augentropfen zur Linderung eingesetzt werden. Künstliche Tränen stabilisieren den Tränenfilm, können Brennen und Fremdkörpergefühl reduzieren und so mögliche Folgeschäden an der Augenoberfläche verringern.
Trockene Augen behandeln: Was selbst getan werden kann
Um trockene Augen zu behandeln, sind oft schon kleine Veränderungen im Alltag hilfreich. Bewusstes, vollständiges Blinzeln während der Bildschirmarbeit unterstützt die gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms. Regelmäßige Pausen, bei denen der Blick in die Ferne schweift, entlasten die Augenmuskulatur und fördern die Regeneration.
Besonders bei längerer PC-Nutzung hilft zusätzlich das bewusste 20-20-20-Prinzip: alle 20 Minuten 20 Sekunden in 20 m Entfernung blicken.[2]
Was tun gegen trockene Augen? Raumklima optimieren
Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt liegt in der Gestaltung der Umgebung. Luftbefeuchter können dabei helfen, das Raumklima in einem feuchtigkeitsfreundlichen Bereich zu halten, gerade in stark beheizten Räumen oder bei laufender Klimaanlage.
Zimmerpflanzen wie Grünlilie oder Efeutute verbessern nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern filtern auch Schadstoffe. Zugluft, aggressive Reinigungsmittel oder rauchende Kerzen sollten dagegen möglichst vermieden werden.
Auch eine gute Beleuchtung, die blendfreie Arbeitsplätze ermöglicht und starke Kontraste vermeidet, entlastet das Auge. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte auf eine ausreichende Benetzung achten und gegebenenfalls auf Tageslinsen oder eine Brille umsteigen.
Natürliche Pausen und frische Luft wirken entlastend
Der Blick nach draußen, das Wahrnehmen von natürlichem Licht und sich bewegenden Elementen wie Blättern oder Wolken wirken beruhigend auf das visuelle System. Gerade bei einseitiger Nahsicht am Arbeitsplatz bieten regelmäßige Outdoor-Momente eine sinnvolle Ergänzung. Ein Spaziergang im Grünen, eine bewusste Pause am offenen Fenster oder kurze Aufenthalte an der frischen Luft fördern das Wohlbefinden und unterstützen die Regeneration. Dabei reichen oft schon wenige Minuten am Tag, um den Teufelskreis aus Trockenheit, Reizung und Anspannung zu durchbrechen.
Ursachen für trockene Augen
Die Ursachen für trockene Augen sind vielfältig und reichen von äußeren Umweltfaktoren bis zu inneren körperlichen Veränderungen. Dazu gehören trockene Raumluft durch Heizung oder Klimaanlage, intensive Bildschirmarbeit mit reduziertem Blinzeln, Feinstaub, Ozon und andere Luftschadstoffe, hormonelle Veränderungen wie in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft, Medikamente wie Antihistaminika, Antidepressiva oder Blutdrucksenker sowie zunehmendes Alter mit verminderter Tränenproduktion.
Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern. Zentral ist dabei der Tränenfilm – ein fein abgestimmtes System aus mehreren Schichten: Lipide verhindern die Verdunstung, Wasseranteile spenden Feuchtigkeit und Schleimstoffe sorgen für die gleichmäßige Verteilung. Gerät dieses empfindliche Gleichgewicht aus dem Takt – etwa durch zu seltenes Blinzeln bei Bildschirmarbeit –, trocknet die Augenoberfläche aus. Das kann langfristig zu Entzündungen oder chronischer Reizempfindlichkeit führen.
Fazit: Kleine Impulse mit großer Wirkung
Trockene Augen sind kein unausweichliches Schicksal moderner Lebenswelten. Wer sensibel auf Signale des Körpers achtet und sowohl äußere als auch innere Einflussfaktoren berücksichtigt, kann viel zur Entlastung beitragen. Technische Arbeitsmittel, Umwelteinflüsse und hormonelle Prozesse müssen nicht in Dauerbelastung münden – sie lassen sich durch bewusste Gegenreize, gesunde Gewohnheiten und natürliche Hausmittel abfedern. Einfache Maßnahmen wie warme Kompressen, Lidmassagen oder ausreichend Flüssigkeit können Linderung verschaffen.
Wichtig ist noch: Treten anhaltende Symptome wie Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen oder anhaltendes Druckgefühl auf, ist eine Untersuchung beim Augenarzt ratsam, um schwerere Ursachen auszuschließen und eine geeignete Behandlung zu planen.