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Wie kann der Staat am besten die Wirtschaft fördern?

Wenn man Milton Friedman (* 1912) Glauben schenkt, indem der Staat möglichst wenig in Wirtschaftsabläufe eingreift.

Der US-Amerikaner Friedman, 1976 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, entwickelte seine Theorien in einer Zeit, als der Keynesianismus die beherrschende Wirtschaftslehre war. Mit staatlicher Lenkung wurde damals versucht, die Konjunktur zu steuern und dadurch insbesondere Arbeitslosigkeit zu verhindern.

In den 1970er Jahren wurden immer stärker die Nachteile dieser Wirtschaftspolitik, Verschuldung und hohe Inflationsraten, offenbar. Friedmans Theorie des Monetarismus wurde aufgegriffen, nach der der Staat durch eine geringe jährliche Steigerung der Geldmenge die Voraussetzungen für Wachstum ohne Inflation schaffen – und ansonsten auf aktive Wirtschaftspolitik verzichten solle. Praktisch umgesetzt wurden Friedmans Vorstellungen verstärkt seit den 1980er Jahren, insbesondere in Großbritannien unter Margaret Thatcher (»Thatcherismus«) und in den USA unter Ronald Reagan (»Reagonomics«).

Trotz Erfolgen bei der Inflationsbekämpfung wurde diese Politik stark kritisiert, weil sie mit Einschnitten bei den Sozialleistungen und einer Vergrößerung der Unterschiede zwischen Arm und Reich verbunden war. So ist Friedman nicht nur einer der bekanntesten und erfolgreichsten Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, sondern auch einer der umstrittensten.