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Schiffe und Schifffahrt: Kein Verkehrssystem ist älter

Wie kamen Dampfer zu ihrem Namen?

Sie wurden durch eine Dampfmaschine angetrieben und zogen deshalb bei der Fahrt eine gewaltige Rauch- bzw. Dampfwolke hinter sich her. Die meisten heutigen »Dampfer« werden allerdings nicht mehr durch eine Dampfmaschine angetrieben, sondern durch einen Schiffsdieselmotor – der bisweilen jedoch auch recht intensiv raucht.

Der heute gängige Schiffsdieselmotor ist kleiner, leichter, schneller betriebsbereit und vor allem einfacher zu bedienen als die kohlebefeuerte Dampfmaschine. Solche modernen Aggregate – manchmal größer als ein Haus – verbrennen Heizöl, sind dabei aber wenig anspruchsvoll; sogar Schweröl von puddingartiger Konsistenz kommt als Brennstoff infrage. Problematisch ist der hohe Schwefelgehalt solch minderwertiger Treibstoffe, der ein ernsthaftes Problem für die Luftreinhaltung darstellt.

Wie wird die Größe eines Hafens bestimmt?

Um die Größe – gemeint ist damit meist die wirtschaftliche Bedeutung – eines Hafens zu beurteilen, gibt es mehrere Kriterien, beispielsweise die Fläche, die Länge der Kaimauern oder den Warenumschlag – denn Häfen sind heute riesige Wirtschaftsunternehmen, die eine Schnittstelle für den Güterumschlag zwischen See- und Binnenschiff, Straße und Schiene darstellen.

Ein typisches Beispiel für eines dieser Unternehmen ist der Hamburger Hafen, die größte Hafenanlage Deutschlands. Obwohl er über 100 Kilometer vom Meer entfernt liegt, gilt der Hamburger Hafen als Seehafen und bedeckt – inklusive der Reserveflächen – knapp 7400 Hektar. Das entspricht einem Quadrat von etwa 8,5 Kilometern Kantenlänge oder der Fläche von ganz Bremerhaven. In Hamburg gibt es 320 Liegeplätze an 41 Kilometern Kaimauer, an denen täglich etwa 30 Handelsschiffe anlegen. Jährlich werden im Hamburger Hafen also rund 12 000 Schiffe be- oder entladen, gelöscht, wie Fachleute sagen. Der Warenumschlag beläuft sich auf fast 100 Millionen Tonnen, davon 57 Millionen Tonnen in Form von Containern.

Sind Windjammer heute noch von Bedeutung?

Für die Frachtschifffahrt nicht mehr, dafür umso mehr als Schiffe für Sport und Freizeit. In einigen Fällen dienen sie auch als Lehrschiff für die Ausbildung von Seeleuten. Windjammer transportieren heute hauptsächlich Touristen oder dienen einschlägigen Firmen als Werbeträger. Allerdings gibt es seit den 1920er Jahren immer wieder neue Versuche, um die Segelschifffahrt zu beleben. Die verschiedensten Ideen beschäftigten sich damit, wie man die Kraft des Windes effektiv für den Schiffsantrieb einsetzen und dadurch Treibstoff sparen könnte. Beispiele hierfür sind die sog. Flettner-Rotoren oder Windmühlenschiffe. Physikalisch-technisch gesehen sind diese Modelle sehr reizvoll, nicht zuletzt deswegen, weil Schiffsabgase eine hohe Umweltbelastung darstellen: Über 60 Prozent des atmosphärischen Schwefeldioxids auf der Nordhalbkugel stammt aus Schiffsmotoren.

Ob sich solche neuen »Windschiffe« durchsetzen können, hängt aber vor allem von ihrer Rentabilität ab. Die neueste Idee eines Hamburger Unternehmens wird unter der Bezeichnung »Skysails« propagiert: Ein computergesteuerter Lenkdrachen von der Größe eines Fußballfelds, der an einem mehrere hundert Meter langen Kunststoffseil vor Öltanker und Frachtschiffe gespannt werden und das Schiff ziehen soll. Man verspricht sich von dem Einsatz des Drachens nicht nur ruhigere Fahreigenschaften, sondern auch eine Kraftstoffersparnis von bis zu 40 Prozent. Die ersten Demonstrationsfahrten sind für 2007 angekündigt. Wenn die Ölpreise weiterhin hoch bleiben – oder sogar wie derzeit drastisch ansteigen – könnten sich Windschiffe recht schnell durchsetzen.

Gibt es fliegende Schiffe?

Durchaus, denn sowohl bei Luftkissenfahrzeugen (in England »Hovercraft« genannt) als auch bei Tragflügelbooten lässt sich die Grenze zwischen Schwimmen und Fliegen nur sehr schwer bestimmen, da diese Boote sich teilweise durch die Luft und teilweise im Wasser fortbewegen.

Ein Hovercraft beispielsweise gleitet auf einem Luftpolster vorwärts, das von einer Turbine oder einem Propeller erzeugt und durch eine Schürze unter dem Fahrzeug gehalten wird. Auf diesem »Kissen« bewegt sich das Fahrzeug dann äußerst reibungsarm und schnell über Wasser oder mitunter auch über Land fort.

Auch ein Tragflügelboot gleitet eher über der Wasseroberfläche, als dass es im Wasser schwimmt, allerdings wird hier der Schiffsrumpf durch Auftriebskräfte aus dem Wasser gehoben, die an unter Wasser befindlichen Tragflächen entstehen (wie beim Flugzeug). Daraus resultiert ein so geringer Wasserwiderstand, dass es bis zu 50 Knoten (90 Kilometer pro Stunde) schnell werden kann. In der Ägäis sind solche Boote bereits die »Intercitys« des Personenfährverkehrs.

Wussten Sie, dass …

Robert Fulton 1809 das erste funktionstüchtige Dampfschiff patentieren ließ? Sein Raddampfer »Clermont« hatte jedoch noch Zusatzsegel.

die Elbe regelmäßig auf 17 Meter Tiefgang ausgebaggert werden muss? Nur so können Hochseeschiffe den Hamburger Hafen jederzeit erreichen.

Robert Fulton schon 1805 ein U-Boot vorstellte? Seine »Nautilus« hatte einen Handkurbelantrieb und ein Druckluftsystem, welches die dreiköpfige Besatzung mit Atemluft versorgte.

die Schiffsschraube 1827 erfunden wurde? Patentinhaber war der österreichische Forstbeamte (!) Joseph Ressel.

die Schiffsschraube als Antrieb viel leistungsfähiger ist als das ältere Schaufelrad? Schaufelradschiffe fahren daher nur noch aus nostalgischen Gründen.

Was leisten Container?

Seit Mitte der 1950er Jahre werden Güter per Schiff in rechteckigen Boxen befördert, was das Umladen erleichtert. Auf diese Weise kann auf ein Containerschiff pro Stunde zehn- bis zwanzigmal mehr geladen werden als auf »normale« Stückgutfrachter. In der EU hat der Containerverkehr in den Niederlanden (26 Prozent der Tonnage), in Belgien (21 Prozent) und in Deutschland (18 Prozent) einen besonders hohen Anteil am Frachtverkehr.

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