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Buschessen und Barbie

Monika Wittmann

Aborigine mit Didgeridoo und Schild
Australian Tourist Commission, Frankfurt/Main
„Australische Küche“ ist ein dehnbarer Begriff. Das Essen des fünften Kontinents ist ebenso vielfältig wie Land und Leute. Was wollen Sie heute genießen? „Bush tucker“, Buschleckereien nach Art der Aborigines mit den köstlichsten Käfern, Larven, Wurzeln und Wildbeeren? Krokodilsteaks? Fish & Chips? Ein knackiges Curry aus dem Wok eines der vielen chinesischen Einwanderer, die oft das ganze kulinarische Angebot der Kleinstädte bestimmen?

Oder ein bisschen von allem? Den Gaumen kitzeln können Sie bei der liebsten Freizeitbeschäftigung des Australiers: der „barbie“. Weil in „down under“ eben alles ein bisschen anders ist, versteckt sich hinter diesem Kosenamen nicht jene bekannte, ebenso langmähnige wie langbeinige Puppe, sondern eine handfeste Grillparty (von engl. „barbecue“). Meer, Regenwald und Steppe sorgen dabei für einen reich gedeckten Tisch.

Ein paar Spezialitäten, die es anderswo nicht gibt, sind die kleinen aromatischen Buschtomaten, Yabbies (Süßwasserlangusten), der König der Fische Barramundi und – natürlich – Kängurufilets. Dazu schmecken fantasievolle, asiatisch angehauchte Saucen und Chutneys z.B. aus Zitronenmyrte und Tasmanischem Pfeffer oder der pfirsichartigen Quandongfrucht. Vor der grandiosen Kulisse des Outbacks atmet der mitgebrachte Rotwein Shiraz erst die richtige Blüte.

Apropos mitbringen: Sollten Sie einmal ein australisches Restaurant besuchen, stecken Sie am besten einen guten Tropfen ein. Die meisten Gaststätten haben nämlich keine Schanklizenz. Es gilt: BYO („Bring your own“) und gegen ein kleines Korkgeld darf der Gast seine eigenen Flaschen entstopseln.

 

Auch beim Frühstück – kurz: „brekkie“ (von engl. „breakfast“) – ist der Australier Selbstversorger. Der Morgen in der Wildnis beginnt mit „damper“ (Buschbrot): fünf Handvoll Mehl werden mit zwei Teelöffeln Backpulver, einer Prise Salz und etwas Milch geknetet und im gusseisernen Campofen direkt über dem Lagerfeuer ausgebacken. Dazu schmeckt den Australiern ihr „vegemite“ (ein beliebter, dunkelbrauner Brotaufstrich aus Hefeextrakt).

 

Getrunken wird „billy tea“. Die Technik muss allerdings gelernt sein: Das Wasser wird im Billy Topf (eine Mischung aus Pott und Kanne) über der Flamme gekocht; der Tee direkt dazu gegeben. Nach ein paar Minuten, schwingt man den dampfend heißen Topf an seiner langen Eisenkette im Kreis, bis sich die Teeblätter absetzen. Schon wieder ein Gepäckstück – das Teesieb – gespart... Im Improvisieren ist der Australier eben Meister. Und das hat er wohl den Aborigines abgekuckt.

 

Rezept: Meat Pie

(lecker am Lagerfeuer und beim Fernsehabend)

 

Zutaten:

750 g grobes Rinderhack

100 g Speckwürfel

1 Zwiebel

Pflanzenöl

2 EL Mehl

1 Tasse Brühe

Pfeffer, Salz, Senf

fertig gekaufter Blätterteig

1 Eigelb

 

Zubereitung:

  1. Fleisch mit Speck und Zwiebeln im heißen Öl anbraten.
  2. Mehl mit anschwitzen.
  3. Mit Brühe ablöschen.
  4. Ca. zehn Minuten köcheln lassen.
  5. Blätterteig in ca. 20x10cm große Rechtecke schneiden. Fleischmasse auf die eine Hälfte geben, umklappen, an den Rändern gut verschließen.
  6. Teigtaschen mit Eigelb einpinseln.
  7. 20 bis 30 Minuten im 225°C heißen Ofen backen.

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