Daten der Weltgeschichte
20. 3. 1996, Belastung der EU durch BSE-Skandal
Großbritannien/International
Die britische Regierung räumt ein, dass die Rinderkrankheit BSE („Rinderwahnsinn“) durch den Verzehr infizierten Rindfleischs auf den Menschen übertragen werden kann und die tödliche Creutzfeld-Jacob-Krankheit (CJK bzw. CJD) verursachen könne. Seit 1990 soll es in Großbritannien rund 160 000 BSE-Fälle gegeben haben. Nach sofortigem Importstopp mehrerer Länder verhängt die Kommission der Europäischen Union am 27. März ein weltweites Exportverbot für britisches Rindfleisch und seine Nebenprodukte. Ein gegen den Widerstand Großbritanniens beschlossenes Aktionsprogramm sieht die Zwangsschlachtung aller über 30 Monate alten Rinder in Großbritannien und aller von dort stammenden Rinder in den EU-Staaten vor. Aus Protest gegen die Beschlüsse blockiert die britische Regierung im Mai/Juni alle Beschlüsse von EU-Gremien, die einstimmige Entscheidungen verlangen und erreicht auf dem EU-Gipfel in Genf am 21. Juni eine Lockerung der Exportverbotsbestimmungen. Die „BSE-Krise“ steigert die EU-feindliche Stimmung in Großbritannien.
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