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Deutsche Badegewässer - bedenkenloser Badespaß?

Ein erfrischender Sprung ins kühle Nass tut bei hochsommerlichen Temperaturen richtig gut: Zum Glück ist die Wasserqualität der meisten Badegewässer in Deutschland ausgezeichnet. Das bestätigt nun erneut eine Qualitätsbewertung der Europäischen Umweltagentur. Aber Vorsicht: In sechs Badeseen, Flüssen und Meeresbereichen ist das Schwimmen nicht zu empfehlen.

Strandbad Wannsee an einem Sommertag 2012
Entwarnung: In den allermeisten deutschen Badeseen kann man sich bedenkenlos tummeln.

Bei den aktuellen Temperaturen zieht es viele Menschen in ihrer Freizeit ans Wasser. Seen, Flüsse oder das Meer sind dabei die natürliche Alternative zum Freibad. Doch können wir dort wirklich bedenkenlos schwimmen gehen? Wie es um die Wasserqualität in Badegewässern bestellt ist, untersuchen jedes Jahr Forscher im Auftrag der Europäischen Umweltagentur und der Europäischen Kommission. Ihr aktueller Bericht gibt einen Überblick über die Qualität von Badestellen in ganz Europa.

Gute Qualität...

In Deutschland haben die Experten in der Badesaison 2018 insgesamt 2.289 Badestellen unter die Lupe genommen – 366 an der Küste von Nord- und Ostsee, 1.890 an Binnenseen und 33 an Flüssen. Dabei achteten sie vor allem auf zwei Bakterienarten, die auf eine Verschmutzung durch Abwässer oder die Landwirtschaft hindeuten und Menschen in zu hoher Konzentration gesundheitliche Probleme bereiten können.

Die gute Nachricht: Wer Lust auf eine Abkühlung hat, kann in den meisten deutschen Badegewässern beruhigt ins Wasser springen. Rund 98 Prozent der untersuchten Badestellen erfüllten die nötigen Qualitätsanforderungen. 92,7 Prozent erhielten für die Saison 2018 sogar die Bestnote "ausgezeichnet". Sie sind daher wahrscheinlich auch in diesem Sommer besonders zum Schwimmen zu empfehlen.

Strandleben am Timmendorfer Strand
Auch die deutschen Küstengewässer bieten dieses Jahr bis eine einzige Ausnahme Badespaß pur.

... mit sechs Ausnahmen

Mit dieser erfreulichen Quote rangiert Deutschland im europaweiten Vergleich auf Platz sieben. Nur in wenigen Ländern wiesen dem Bericht zufolge noch mehr Badegewässer eine "ausgezeichnete" Qualität auf. Dazu gehören unter anderem Zypern, Griechenland und Österreich. Den höchsten Anteil an Badestellen von "mangelhafter" Qualität gibt es dagegen in Italien, Frankreich und Spanien.

Doch auch in Deutschland ist die Bilanz nicht makellos: Sechs Badegewässer erfüllen bei uns die hygienischen Mindestanforderungen nicht. Wer dort baden geht, riskiert beim Verschlucken des Wassers Magenbeschwerden und andere Erkrankungen.

Badeverbotsschild an einem Ufer
Sechs deutsche Badegewässer erfüllen aktuell die hygienischen Mindestanforderungen nicht.

Baden verboten!

Durchgefallen ist bei der Bewertung unter anderem die Badestelle am Elbstrand beim Hafen Kollmar. Tatsächlich hat das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium das Baden dort für diesen Sommer vorerst verboten. Der Grund: Es wurden zu viele Fäkalkeime im Wasser gefunden. Auch am Elfrather See in Nordrhein-Westfalen ist der Badespaß für diese Saison vorbei. Das Gewässer gehört ebenfalls zu den durchgefallenen Badestellen und wurde von der Stadtverwaltung bereits im März geschlossen.

Lieber nicht baden gehen sollten Wasserratten zudem im Stausee Kelbra in Sachsen-Anhalt, im Klostersee Triefenstein in Bayern sowie im Goldscheuer See in Baden-Württemberg. Als einziges Küstengewässer hat zudem die Badestelle in Tremt an der Ostsee ein "mangelhaft" kassiert. Auch hier stehen bereits "Baden verboten"-Schilder am Strand, weil das Wasser zu viele Fäkalerreger aufweist.

DAL, 28.06.2019
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