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Die Delphinschnauze

Alexander Stahr

Bei vielen Zahnwalarten, so auch bei den Delphinen, formt das Maul einen deutlichen Schnabel. Kennzeichnend ist auch die Melone, die bei den einzelnen Arten mehr oder weniger aufgewölbt ist. Melone bezeichnet den mit einer wachsartigen Substanz gefüllten Raum unter der Stirn.

Da diese Aufwölbung aber auch nach außen hin sichtbar ist, wird Melone oft synonym zu Stirn verwendet. Wenn der Delphin schwimmt, teilen Schnabel und Stirn das Wasser so, dass hohe Geschwindigkeiten auch mit wenig Energieaufwand möglich sind.

Mit dieser auffallenden Stirn oder Melone ist der Delphin daher so etwas wie das Vorzeigetier der Bionik geworden. Denn seine Schnauze diente als Modell für den birnenförmigen Bugaufsatz bei Schiffen. Das Paradebeispiel hierfür sind sicherlich die großen Öltanker.

Strömungstechniker untersuchten die Delphine wegen ihrer guten Schwimmeigenschaften und fanden dabei heraus, dass Schiffe schneller fahren und weniger Treibstoff verbrauchen, wenn ihr Bug dem Kopf des Delphins nachgebaut wird.

Obwohl man eigentlich erwarten würde, dass dieser plumpe Aufsatz die Reibung erhöht, ist also genau das Gegenteil der Fall. Die Treibstoffersparnis der Schiffe ist so hoch, dass sogar noch bei älteren Schiffen diese „Nase“ vielfach nachgerüstet wurde.

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