Lexikon
Balz
[
die
]Teil des Fortpflanzungsverhaltens vor allem bei Vögeln und Fischen, bei dem durch die verschiedenartigsten Werbezeremonien Kontakt zwischen den Geschlechtspartnern aufgenommen wird, indem der Partner angelockt, seine Kontaktscheu abgebaut und das Verhalten derart abgestimmt wird, dass eine Begattung möglich ist; häufig durch Zurschaustellung auffälliger Körpermerkmale oder durch Einhaltung bestimmter Bewegungsabläufe, wobei Ritualisation möglich ist. Meist balzen Männchen und Weibchen, das Männchen ist jedoch im Allgemeinen aktiver. Zum Abbau der Kontaktscheu des angelockten Geschlechtspartners dienen beschwichtigende Gebärden: Futterüberreichung (zahlreiche Vögel), Übergabe von Nistmaterial (Diamanttaube), kindliche Bettelbewegungen (Möwen, Seeschwalben), Verhindern aggressionsauslösender Signale (z. B. Verbergen der Waffen durch Abwenden des Schnabels: Lachmöwe). Balz besteht häufig aus einem Ablauf der verschiedenen genannten Handlungen in Form von Balztänzen (Kraniche, Auerhahn). Bei Säugetieren spricht man von Paarungsverhalten, Brunst oder Brunft.
Bindenfregattvogel: Balz
Bindenfregattvogel: Balz
Das Männchen des Bindenfregattvogels bläst zur Balz seinen Kehlsack, an dem sich nur vereinzelte kleine Federn befinden, gewaltig auf und hält den leuchtend roten Ballon vor sich, um ein Weibchen anzulocken.
© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali
Seidenlaubenvogel
Seidenlaubenvogel
Der Seidenlaubenvogel baut auf seinem Balzplatz eine »Laubenallee« aus aufrecht in die Erde gesteckten Ästchen, die er gelegentlich sogar mit schwarzblauem Fruchtfleisch »anmalt«.
© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali
Mandschurenkranich
Mandschurenkranich
Mandschurenkraniche führen während der Balz einen regelrechten Hochzeitstanz auf, bei dem sich die Partner abwechselnd verbeugen und dabei trompetenartige Schreie ausstoßen. Der Bestand des Mandschurenkranichs aus dem Fernen Osten ist jedoch gefährlich geschmolzen, man befürchtet sein Aussterben.
© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali
Wissenschaft
Unterschätzte Intelligenz
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Wissenschaft
Signale aus der Tiefe
Im Untergrund der Eifel geht es nicht so ruhig zu, wie es scheint. Geophysiker schätzen die Gefahr eines Vulkanausbruchs mithilfe zahlreicher Messmethoden ein. von KLAUS JACOB Wer in die Eifel fährt, denkt kaum an ein aktives Vulkangebiet. In dem Gebirge westlich von Koblenz gibt es keinen beeindruckenden Vulkankegel wie den Ätna...