Lexikon
Fische
Zoologie
im Wasser lebende artenreichste, systematisch uneinheitliche Gruppe der Wirbeltiere, die durch das Leben im Wasser eine ähnliche Funktionsgestalt haben; mit paarig angeordneten Brust- und Bauchflossen sowie unpaarigen Rücken- und Schwanzflossen; Kiemenatmer, Spezialisten sind Luftatmer (Lungenfische, Labyrinthfische); Haut mit Schuppen bedeckt (Fischschuppen). Hauptsinnesorgane sind neben Auge und Gleichgewichtsorgan (Labyrinth-, Bogengangsystem) die Seitenlinien, mit deren freien Nervenendigungen Strömungs- und Erschütterungsreize wahrgenommen werden. Vermehrung durch Eier (Laich) oder auch lebend gebärend (teilweise Haie, Zahnkarpfen). Zu den Fischen gehören die Klassen der Knorpelfische und der Knochenfische. Die Rundmäuler gehören nicht hierher, sie haben mit den Fischen nur die fischähnliche Gestalt gemein.
Fische sind nicht stumm
Schon der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) beschreibt in seiner Historia Animalium Fische, die Lautäußerungen von sich geben, und mittlerweile sind mehr als 100 Arten bekannt, die den alten Spruch stumm wie ein Fisch widerlegen.
Die Erzeugung der Laute erfolgt bei den einzelnen Arten auf ganz unterschiedliche Weise. Sehr verbreitet sind spezielle Trommelmuskeln, die der Schwimmblase anliegen. Werden sie in rascher Folge angespannt, versetzen sie die Schwimmblase in Schwingungen. So entstehen die brummenden, bellenden oder hupenden Töne der Knurrhähne (Triglidae), Umberfische (Sciaenidae) und Piranhas (Serrasalminae). Auch durch komplizierte Stridulationsorgane (Welsarten) oder einfaches Zähneknirschen (bestimmte Buntbarsche) lassen sich Laute erzeugen. Die Schallwahrnehmung findet bei den Fischen mit bestimmten Strukturen des Labyrinths statt, einem Organ, das primär der Lageorientierung dient. Dieses Sinnesorgan ist aber so gebaut, dass es grundsätzlich auch zur Wahrnehmung des Schalls befähigt, ja sogar geeignet ist, die Richtung zu ermitteln, aus der der Schall das Tier erreicht.
Wenn Fische Töne erzeugen und hören können, muss es aus der Sicht der Evolutionsforscher dafür einen Grund geben, und tatsächlich fanden sie heraus, dass die Lautgebung im Sozialverhalten, speziell aber während der Balz und bei aggressiven Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle spielt. Die Lautgebung wird hier als zusätzliche Möglichkeit des Drohens, Imponierens und Einschätzens des Gegners gedeutet. Play-Back Versuche - den Tieren wurden die arteigenen oder die Laute fremder Fischarten vorgespielt - zeigten, wie vielfältig die biologischen Bedeutungen der Laute sind: Sie dienen zur Nahkommunikation und zur Untermauerung optischer und taktiler (Berührungs-)Reize, werden bei Scheinkämpfen eingesetzt, stimulieren die Reifung der Keimdrüsen und die Brutaktivität der Weibchen, Männchen zeigen mit ihnen ihr Territorium an oder setzen sie zum Anlocken fortpflanzungsbereiter Weibchen ein.
Bei den Zweifarbenriffbarschen treffen die Weibchen sogar eine akustische Partnerwahl: Sie nähern sich, ähnlich zahlreichen Froschweibchen, bevorzugt niederfrequenten Schallquellen und damit größeren Männchen, die – in der Interpretation der Evolutionsbiologie – einen größeren Fortpflanzungserfolg versprechen.
Fische: Bauplan
Fische: Bauplan
Bauplan eines Knochenfisches
© wissenmedia
Stichling (Dreistachliger)
Dreistachliger Stichling
Zu Beginn der Paarungszeit färben sich Kehle und Bauch des Stichling-Männchens rot.
© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali
Wissenschaft
Die Spuren des Verglühens
Die wachsende Menge an Weltraumschrott bereitet auch dann Probleme, wenn sie in der Atmosphäre verglüht. Forscher untersuchen die Folgen für Klima und Ozon – und feilen an Lösungen. von ALINA WOLF Im Februar 2023 startete ein US-amerikanisches Forschungsflugzeug, die WB-57, in Fairbanks, Alaska, und stieg 19 Kilometer weit in die...
Wissenschaft
Datenschutz mit Quantenschlüssel
Quantenkryptographie soll die Sicherheit sensibler Daten gewährleisten. Nachdem China vorgelegt hat, treiben nun Deutschland und die Europäische Union die Entwicklung der Quantentelekommunikation voran. von DIRK EIDEMÜLLER Immer öfter finden schwere Hackerangriffe statt. Behörden, Unternehmen, Krankenhäuser und große...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Eine Leber aus Licht
Laborreise ins Innere der Erde
Verpasste Chancen der Energiewende
Wettlauf zu Europa
Stört blaues Licht den Schlaf?
Geothermie hat Zukunft!