Lexikon
Cạstor
Kernphysik
Abkürzung für englisch cask for storage and transport of radioactive material, in Deutschland hergestellter Spezialbehälter für die Zwischenlagerung und den Transport von hochradioaktivem Abfall; Länge 6,10 m, Breite 2,50 m, Gewicht (beladen) 88–125 t, feuerfest bis zu 800 °C. Ein Castor kann je nach Typ 10 oder 14 t atomaren Brennstoff aufnehmen, entweder als Brennstäbe oder eingeschmolzen in Glaskokillen. In Castor-Behältern werden in Europa und den USA hochradioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken zur Wiederaufarbeitung und von dort zur Zwischenlagerung oder Wiederverwendung transportiert. In Deutschland wurden Castor-Transporte aus Wiederaufarbeitungsanlagen in Großbritannien und Frankreich sowie aus deutschen Kernkraftwerken in das Zwischenlager Gorleben von heftigen öffentlichen Protesten und Widerstand begleitet. Nachdem im Mai 1998 bekannt wurde, dass an mehreren Castor-Behältern erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden war, verfügte das Bundesumweltministerium zunächst einen generellen Stopp für Atommüll-Transporte aus deutschen Kernkraftwerken. Ende März 2001 wurden die Transporte wieder aufgenommen.
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