Lexikon
D’Annụnzio
Gabriele, italienischer Schriftsteller und Politiker, * 12. 3. 1863 Pescara, † 1. 3. 1938 Cargnacco, Gardasee; 1897 begann seine politische Tätigkeit, propagierte den Eintritt Italiens in den 1. Weltkrieg; Offizier der Luftwaffe; besetzte 1919 im Widerspruch zum Waffenstillstandsabkommen mit einer Freischar Fiume; 1924 geadelt. D’Annunzio bekannte sich zum Faschismus. Er war Hauptvertreter der neuromantisch-symbolistischen Dichtung Italiens, huldigte einem immoralistischen, teilweise schwülstigen Ästhetizismus. Sein Gedichte, Romane, Novellen und Dramen umfassendes Werk wurde durch seine Freundschaft mit E. Duse wesentlich mitgeformt. Die oratorisch-pathetische Lyrik D’Annunzios gipfelte in den „Laudi del cielo, del mare, della terra e degli eroi“ 1903–1933. Weitere Lyrik: „Römische Elegien“ 1891, deutsch 1903; Novellen; Romane: „Triumph des Todes“ 1894, deutsch 1899; „Il piacere“ 1889, deutsch „Lust“ 1898; Dramen: „Francesca da Rimini“1902, deutsch 1903; „La figlia di Iorio“ 1904.
D'Annunzio, Gabriele
Gabriele D'Annunzio
© Corbis/Bettmann
- Erscheinungsjahr: 1904
- Veröffentlicht: Italien
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Die Tochter des Iorio
- Original-Titel: La Figlia di Iorio
- Genre: Ländliche Tragödie
Die Schäfertragödie »Die Tochter des Iorio« von Gabriele D'Annunzio (* 1863, † 1938) wird am 2. März in Mailand uraufgeführt. Die archaische Atmosphäre des Versdramas entsteht durch eine Folge ritueller Handlungen, die dem Brauchtum der Abruzzen entstammen, die Gesetze des bäuerlichen Gemeinwesens bestimmen das Schicksal der Handelnden. Zentrale Gestalt ist der Hirte Aligi, der in der Hochzeitsnacht durch einen unnatürlichen Schlaf am Vollzug der Ehe mit seiner Braut Vienda gehindert wird und mit Mila, der Tochter eines Zauberers, in die Berge zieht. Aligi kehrt schließlich in die Bauerngemeinschaft zurück, Mila wird zum Tod verurteilt und stirbt in den Flammen.
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