Lexikon

Das ganze Europa sollte es sein

Das ganze Europa sollte es sein
Rückblickend suchte Napoleon I. seine Politik mit seiner Vision eines geeinten Europas zu rechtfertigen (Erinnerungen, Auszug):

Wessen könnte man mich anklagen, wogegen mich ein Schriftsteller nicht in Schutz zu nehmen vermöchte? Er hat Tatsachen genügend zur Hand, um mich freizusprechen. Mein Despotismus? Doch er wird beweisen, dass die Diktatur unumgänglich notwendig war. Dass ich der Freiheit ein Ende machte? - Aber er wird klar dartun, dass die Zügellosigkeit, die großen Unordnungen noch an der Schwelle drohten. Dass ich den Krieg zu sehr liebte? - er wird zeigen, dass ich stets angegriffen worden bin. Dass ich nach der Weltmonarchie strebte? - sie war nur das zufällige Werk der Umstände, und unsere Feinde führten mich ihr selbst Schritt für Schritt entgegen. Dass ich Ehrgeiz besaß? Ja, Ehrgeiz wird der Schriftsteller an mir finden, aber den größten und erhabensten Ehrgeiz, den es wohl jemals gegeben hat! Nämlich den, das Reich der Vernunft, die volle Entwicklung, den ganzen Genuss aller menschlichen Fähigkeiten endlich herzustellen und zu weihen!...
Ich konnte noch so viele Pläne haben, niemals war ich in der Lage, sie so auszuführen, wie ich wollte ... Ich bin in Wirklichkeit niemals mein eigener Herr gewesen, sondern habe mich stets von den Umständen regieren lassen.
Eine meiner Lieblingsideen war die Zusammenschmelzung, die Vereinigung der Völker, die durch Revolution und Politik getrennt worden waren. Es gibt in Europa mehr als 30 Millionen Franzosen, 15 Millionen Spanier, ebenso viel Italiener und 30 Millionen Deutsche. Ich wollte sie alle in einem einzigen festen Körper vereinigen ... War dies getan, dann konnte man sich dem jetzt nur erträumten Ideal einer höheren Gesittung hingeben; dann war kein Wechsel mehr zu befürchten, denn es herrschte ein Gesetz, einerlei Meinung, ein Interesse, das Interesse der Menschheit.
Dann hätte man vielleicht auch für Europa den Gedanken einer Amphiktyonie, eines nordamerikanischen Kongresses ausführen können. Und welche Aussichten eröffneten sich dann, welches Schauspiel bot dann die Welt!
Prof._Dr._Michael_Tsokos_(r.)_und_Jan_Josef_Liefers_während_den_Dreharbeiten_zu_'Obduktion_-_Echte_Fälle_mit_Tsokos_und_Liefers'_+++_Die_Verwendung_des_sendungsbezogenen_Materials_ist_nur_mit_dem_Hinweis_und_Verlinkung_auf_TVNOW_gestattet._+++
Wissenschaft

… und – Schnitt!

Das Münsteraner Tatort-Team ist äußerst beliebt bei den Fernsehzuschauern. Doch wie realitätsgetreu wird die Arbeit der Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne und Silke Haller dargestellt? Eine Analyse. von ROLF HEßBRÜGGE Ein paar schnelle Schnitte mit dem Skalpell. Dann stülpt die Sektionsassistentin die Kopfschwarte nach vorn,...

Quantengasmikroskop
Wissenschaft

Atome im Visier

Teilchen wie Atome oder Moleküle bei ihrer Bewegung nach dem Rhythmus der Quantenphysik zu beobachten, war lange undenkbar. Das hat sich geändert – dank der Technik des Quantengasmikroskops. von RALF BUTSCHER Wie verhalten sich einzelne Atome in einem Gas? Kapseln sie sich voneinander ab und führen ein distanziertes Eigenleben?...

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Lexikon Artikel

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon