Lexikon
Dieses obskure Objekt der Begierde
- Deutscher Titel: Dieses obskure Objekt der Begierde
- Original-Titel: CET OBSCUR OBJET DU DESIRE
- Land: Frankreich
- Jahr: 1977
- Regie: Luis Buñuel
- Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière
- Kamera: Edmond Richard
- Schauspieler: Fernando Rey, Carole Bouquet, Angela Molina
In seinem letzten Werk zieht der 77-Jährige, fast taube Luis Buñuel noch einmal alle Register seines Könnens: »Dieses obskure Objekt der Begierde«, die Geschichte der Tänzerin Conchita, die den reichen Lebemann Mathieu um den Verstand bringt, wird beim Altmeister des Surrealismus zur ironischen Parabel auf den desolaten Zustand der Bourgeoisie.
Pierre Louys Roman »La femme et le pantin« von 1898 wurde bereits mehrfach verfilmt, u.a. 1935 von Josef von
Sternberg
mit Marlene Dietrich (»Die spanische Tänzerin«) und 1958 von Julien Duvivier mit Brigitte Bardot (»Ein Weib wie der Satan«). Während sich diese Filme auf den melodramatischen Gehalt der Femme-fatale-Story konzentrierten, zeigt Buñuel die Brüchigkeit einer scheinbar fest gefügten bürgerlichen Ordnung. Am Anfang des Films gießt Mathieu (Fernando Rey) aus dem Zug heraus der jungen Conchita einen Eimer Wasser über den Kopf. Während der Fahrt erklärt er den Mitreisenden im Abteil sein Verhalten: In Rückblenden zeigt der Film, wie Conchita als Hausmädchen zu ihm kommt, wie der alte Lüstling sogleich versucht, sie zu verführen, sie jedoch all seinen Bemühungen widersteht. Die Schöne findet Gefallen daran, mit ihm zu spielen. Sie betrügt ihn vor seinen Augen, oder sie läßt ihn bereitwillig in ihr Bett, wo er vor einem festverschnürten Korsett kapitulieren muss. Mathieu bleibt ihr verfallen – selbst dann noch, als sich Conchita Terroristen anschließt.
Während der Dreharbeiten zerstritt sich Luis Buñuel mit seiner Hauptdarstellerin Angela Molina. Um den Film zu retten, besetzte er die Rolle der Conchita doppelt. Leinwand-Debütantin Carole Bouquet sprang für die schöne Spanierin ein. Der Umstand, dass das obskure Objekt der Begierde von zwei Frauen verkörpert wird, verstärkt die irritierende Wirkung des Films.
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