Lexikon
Gartenkunst
Barock
Im Barock übernahm Frankreich die Führung in der Gartenkunst und bildete im Gegensatz zum italienischen Terrassengarten den weit ausgedehnten Park auf planem Gelände, der in seiner architektonischen Gliederung als Fortsetzung der repräsentativen Schlossräume ins Freie wirkte. Hauptglied war die Mittelachse, als Allee oder Kanal ausgebildet, die von Bäumen, Plastiken oder Vasen begleitet wurde. Sie führte weit in die Landschaft hinaus und verband oft den Hauptbau mit einem architektonischen Gegenpol (Gloriette). Zu ihren Seiten wurden streng symmetrische Blumenparterres, Wasserbecken, Fontänen, beschnittene Hecken und Bosketts angeordnet. Die Bosketts enthielten Rondelle, Pavillons, Brunnen, Wasserscherze, Labyrinthe u. Ä. (Parks in Vaux-le-Vicomte, Merly-le-Roi, Chantilly, Versailles; Letzterer seit 1661 von A. Le Nôtre für Ludwig XIV. angelegt). Der Barockpark in Deutschland war stark französisch beeinflusst (Schönbrunn, Nymphenburg, Potsdam-Sanssouci, Ludwigslust), verknüpfte zuweilen aber auch französische und italienische Elemente (Kassel-Wilhelmshöhe, Kaskadenanlage mit Oktogon unter Ausnutzung des ansteigenden Terrains).
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