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LEXIKON

Hospitalsmus

Psychologie
psychische und psychosomatische Folgen einer Langzeitunterbringung in Krankenhäusern, Heimen, Pflegeeinrichtungen, Anstalten oder Lagern aufgrund von mangelhafter emotionaler Zuwendung und geistiger Anregung wegen fehlender Bezugspersonen und monotoner, steriler Atmosphäre. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es zu Teilnahmslosigkeit, Weinerlichkeit, motorischer Unruhe, Aggressivität, depressiven Verstimmungen, Verzögerung in der motorischen, Sprach- und Intelligenzentwicklung, Ernährungsstörungen sowie erhöhter Infektanfälligkeit. Bereits fünfmonatige Heimaufenthalte (Hospitalisierungen) können bei Kleinkindern zu irreversiblen Verhaltensstörungen führen. Aber auch Erwachsene können, wenn sie längere Zeit solchen Bedingungen ausgesetzt sind, emotionalen Schaden nehmen. Auch bei isoliert aufgezogenen höheren Säugetieren (insbesondere Primaten) werden ähnliche Symptome beobachtet. Bei Tieren spricht man vom Deprivationssyndrom (Deprivation).
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