Lexikon

Judentum

Gesetze und Bräuche

Charakteristisch für das Judentum ist, dass nicht der Glaube Mittelpunkt der Frömmigkeit ist, sondern Tun und Haltung. Daher befolgen viele Juden die in der Tora niedergelegten Speisevorschriften, die z. B. verbieten, Milch und Fleisch zu vermischen. Nach jüdischer Vorschrift zubereitetes Essen bezeichnet man als koscher. Weitere Rituale sind u. a. die Beschneidung der männlichen Nachkommen acht Tage nach der Geburt als Zeichen des Bundes mit Gott, oder die Aufnahme der männlichen Jugendlichen in die Gemeinde mit Erreichen ihrer religiösen Volljährigkeit nach Beendigung des 13. Lebensjahres (Bar Mizwa). Mädchen erlangen ihre Volljährigkeit mit zwölf Jahren. Für sie gibt es keine traditionelle Zeremonie, jedoch führen liberale Gemeinden seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine Mädcheneinsegung (Bat Mizwa) durch. Nach einer Bestattung werden sieben Trauertage (Schiva) eingehalten; die Trauernden rezitieren das Trauergebet (Kaddisch). Der Sabbat ist der allgemeine Ruhe- und Feiertag, an ihm herrscht Arbeitsverbot. Er beginnt Freitagabend mit Einbruch der Nacht und endet Samstagabend mit Einsetzen der Dunkelheit. Traditionell beginnt der Sabbat mit einem Synagogengottesdienst, im häuslichen Bereich mit dem Anzünden der Sabbatlichter sowie der Bereitstellung und Segnung von Brot und Wein. Neben dem Sabbat werden vier große Feste im Jahr gefeiert: Das achttägige Pessach oder Passah (März/April) als Erinnerung an die Befreiung aus ägyptischen Gefangenschaft, Schawuot (Wochenfest) als Erinnerung an die Gesetzgebung am Sinai, Sukkoth (Laubhüttenfest) als Erinnerung an den Zug durch die Wüste, Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, als Tag der Versöhnung.
  1. Einleitung
  2. Grundlagen des Judentums
  3. Die heiligen Schriften
  4. Der Gottesdienst
  5. Gesetze und Bräuche
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