Lexikon
Judentum
Grundlagen des Judentums
Der zentrale Aspekt des Judentums ist der Glaube an einen einzigen Gott (Jahwe), den transzendenten Schöpfer der Welt, der die Israeliten aus ihrer ägyptischen Gefangenschaft befreite, ihnen sein Gesetz (Tora) offenbarte und sie zu seinem auserwählten Volk bestimmte. Dem jüdischen Glauben zufolge hat Gott mit Abraham, dem Begründer ihres Glaubens, einen Bund geschlossen, der auf der Übereinkunft beruht, dass er und seinen Nachkommen den Segen Gottes genießen, solange sie den Glauben an ihren Gott bewahren. Dieser Bund wurde durch die Erzväter Isaak und Jakob erneuert. Die Israeliten waren auserwählt, bestimmte Aufgaben zu erfüllen, z. B. eine gerechte Gesellschaft zu errichten und nur Gott zu dienen. Dafür sollten sie die Liebe und den Schutz ihres Gottes genießen, der ihnen später durch Mose die Zehn Gebote übergab. Da Gott Gesetzgeber und Maßstab alles Sittlichen ist, steht ihm der Mensch ohne Mittler in direkter Verantwortung gegenüber. Daher kennt das Judentum auch keine Priester, als Glaubensgelehrte fungieren die Rabbiner. Die Welt ist Gottes Schöpfung, ihr Sinn ist die Verwirklichung des Guten. Ausgehend von der Annahme, dass jeder Mensch göttlich ist, kann der Einzelne frei entscheiden, ob er in seinem Leben gut oder böse handeln will. Der sündige Mensch wird von Gott gerichtet, kann sich jedoch durch Umkehr zum Guten mit ihm versöhnen. Die Juden erwarten den Messias, der nicht nur ihnen, sondern der ganzen Menschheit Erlösung bringt und das von Frieden, Liebe und Gerechtigkeit gekennzeichnete Reich Gottes auf Erden verwirklicht.
- Einleitung
- Grundlagen des Judentums
- Die heiligen Schriften
- Der Gottesdienst
- Gesetze und Bräuche
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