Lexikon
Madagaskar
Nach der Unabhängigkeit
Der erste Staatspräsident, Philibert Tsiranana, lehnte sich eng an die ehemalige Kolonialmacht an. Er verlor 1972 die Macht an das Militär. Nach einer Übergangsphase übernahm 1975 Didier Ratsiraka die Herrschaft und errichtete ein sozialistisches Präsidialregime. Auf innenpolitischen Druck hin musste Ratsiraka Ende der 1980er Jahre demokratische und wirtschaftliche Reformen einleiten. Die Präsidentschaftswahlen 1993 gewann Albert Zafy. 1997 wurde erneut Ratsiraka Präsident. Bei den Präsidentschaftswahlen 2001 beschuldigte die Opposition ihn der Wahlfälschung. Der Oppositionskandidat Marc Ravalomanana rief sich 2002 zum Präsidenten aus. Durch den Machtkampf zwischen Ratsiraka und Ravalomanana geriet das Land an den Rand eines Bürgerkrieges. Schließlich ging Ratsiraka, der den von der Wahlkommission bestätigten Wahlsieg Ravalomananas nicht anerkannte, ins Exil nach Frankreich. Der neue Präsident Ravalomanana bemühte sich in der Folgezeit um wirtschaftliche Reformen. 2006 wurde er von den Wählern im Amt bestätigt. Die Präsidentenpartei TIM konnte auch die Parlamentswahlen 2007 klar für sich entscheiden. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung über drastische Preissteigerungen sowie die Medienpolitik des Präsidenten löste 2009 blutige Unruhen aus und führte zu einem Machtkampf zwischen Ravalomanana und Andry Rajoelina, dem Bürgermeister von Antananarivo. Die innenpolitische Krise forderte weit über 100 Menschenleben. Im März 2009 musste Ravalomanana seine Machtbefugnisse abgeben. Mit Unterstützung der Armee übernahm Andry Rajoelina die Führung des Landes.
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