Lexikon

Mfia

[
die
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Maffia
sizilianischer Geheimbund, dessen Entstehung wahrscheinlich bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht; ursprünglich von den sizilianischen Großgrundbesitzern mit der Überwachung des Landbesitzes beauftragt; die Wirren während der italienischen Einigungskriege ließen die Mafia zeitweise zur unumschränkten Herrscherin auf Sizilien werden. Die Mafia entwickelte sich zu einem „Staat im Staat“, in dem an der Spitze einer jeden „Familie“ ein „Padrone“ steht, der die Familie leitet, für Ordnung sorgt und die Aktivität bestimmt, während die Mitglieder zu Disziplin, Verschwiegenheit und unbedingtem Gehorsam verpflichtet sind. Die Mafia ist in Sizilien und teilweise auch in Süditalien nach wie vor aktiv und gefürchtet. Der Grundsatz der unbedingten Selbsthilfe unter Ausschaltung jeder öffentlichen Gewalt ließ die Mafia mehr und mehr unter den Einfluss verbrecherischer Elemente geraten, so dass sie in ihrer heutigen Form eine Verbrecherorganisation darstellt.
In den USA wird die Bezeichnung Mafia für verschiedene Formen des „organisierten Verbrechens“ gebraucht. Eine Verbindung zur sizilianischen Mafia ergibt sich aus den wenig erfolgreichen Versuchen der italienischen Behörden am Ende des 19. Jahrhunderts und zur Zeit des Faschismus, die Mafia zu zerschlagen. Eine dieser Aktionen (1892) hatte zur Folge, dass viele Mafiosi in die USA auswanderten, wo sie sich mit Kriminellen anderer Nationalitäten verbanden. Die so entstandenen „Verbrechenssyndikate“ besorgten illegale Güter und Dienstleistungen, nach denen eine starke Nachfrage bestand (z. B. Alkohol in der Zeit der Prohibition, Rauschgift, Prostitution). Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich das organisierte Verbrechen zu einem weit verzweigten System, das zum Teil auch legale Aktivitäten in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften entfaltete. In Deutschland und im sonstigen Europa liegen Schwerpunkte des organisierten Verbrechens in der Rauschgiftkriminalität, in der Kraftfahrzeug-Verschiebung sowie in illegalem Handel mit Waffen und Sprengstoff.
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