Lexikon

Malthus

[
ˈmælθəs
]
Thomas Robert, britischer Nationalökonom, * 17. 2. 1766 Rookery,  23. 12. 1834 Bath; Geistlicher; vertrat eine pessimistische Bevölkerungstheorie: Die Bevölkerung vermehre sich in geometrischer Progression (1, 2, 4, 8 ...), die Nahrungsmittel dagegen nur in arithmetischer Progression (1, 2, 3, 4 ...; Malthussches Gesetz); das Elend der Arbeiter sei auf die Übervölkerung zurückzuführen. Malthus forderte spätes Heiraten und Geburteneinschränkung durch Enthaltsamkeit; spätere Anhänger (Neomalthusianismus) traten für Schwangerschaftsverhütung und Abtreibung ein.
Malthus, Thomas Robert
Thomas Robert Malthus
Malthus' Bevölkerungsgesetz
Malthus' Bevölkerungsgesetz

(Erstens: Die Nahrung ist für die Existenz der Menschen notwendig. Zweitens: Die Leidenschaft zwischen den Geschlechtern ist notwendig und wird in etwa in ihrem gegenwärtigen Zustand bleiben.)

Indem ich meine Postulate als gesichert voraussetze, behaupte ich, dass die Vermehrungskraft der Bevölkerung unbegrenzt größer ist als die Kraft der Erde, Unterhaltsmittel für den Menschen hervorzubringen. Die Bevölkerung wächst, wenn keine Hemmnisse auftreten, in geometrischer Reihe an. Die Unterhaltsmittel nehmen nur in arithmetischer Reihe zu ...
Aufgrund jenes Gesetzes unserer Natur, wonach die Nahrung für den Menschen lebensnotwendig ist, müssen die Auswirkungen dieser beiden ungleichen Kräfte im Gleichgewicht gehalten werden. Dies bedeutet ein ständiges, energisch wirkendes Hemmnis für die Bevölkerungszunahme aufgrund von Unterhaltsschwierigkeiten, die unweigerlich von einem beachtlichen Teil der Menschheit empfindlich verspürt werden...
Ich sehe keine Möglichkeit, dem Gewicht dieses Gesetzes auszuweichen. Weder eine erträumte Gleichheit noch landwirtschaftliche Maßnahmen von äußerster Reichweite könnten seinen Druck auch nur für ein einziges Jahrhundert zurückdrängen. Deshalb scheint das Gesetz auch entschieden gegen die mögliche Existenz einer Gesellschaft zu sprechen, deren sämtliche Mitglieder in Wohlstand, Glück und verhältnismäßiger Muße leben und sich nicht um die Beschaffung von Unterhaltsmitteln für sich und ihre Familien zu sorgen brauchen...
Die Armen müssen zwangsläufig noch schlechter leben, und viele von ihnen werden in äußerste Not geraten. Da auch die Zahl der Arbeiter die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt übersteigt, wird der Arbeitslohn eine fallende Tendenz zeigen, während gleichzeitig der Preis der Lebensmittel eine steigende Tendenz aufweisen wird...
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