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LEXIKON

Milošević

[miˈlɔʃɛvitç]
Milošević, Slobodan
Slobodan Milošević
Slobodan, serbischer Politiker (Kommunist), * 20. 8. 1941 Požarevac,  11. 3. 2006 Den Haag-Scheveningen (in Haft); Jurist; wurde 1959 Mitglied des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ), betätigte sich zunächst in der Wirtschaft. 1984 wurde er Parteisekretär von Belgrad, 1987 Erster Parteisekretär in Serbien, 1989 dort auch zum Präsidenten gewählt (Wiederwahl 1990 und 1992), seit 1990 Vorsitzender der Sozialistischen Partei Serbiens.
Seine großserbische-nationalistische Politik trug zum Zerfall des kommunistischen Jugoslawiens und den Kriegen in Kroatien und Bosnien-Herzegowina bei. 1995 unterzeichnete Milošević auf internationalen Druck hin das Friedensabkommen von Dayton. 1997 wurde er jugoslawischer Staatspräsident. In dieser Funktion trug er entscheidende Verantwortung für die Eskalation im Kosovokonflikt (1998/99). 1999 wurde Milošević vom Internationalen Kriegsverbrechertribunal für Jugoslawien in Den Haag angeklagt. 2000 musste er nach schweren Unruhen den Sieg des Oppositionskandidatens V. Koštunica bei den jugoslawischen Präsidentschaftswahlen anerkennen und verlor damit die politische Macht. 2001 wurde Milošević an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausgeliefert. Dort musste er sich seit 2002 in einem Prozess wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord verantworten.
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