Lexikon
Natụrgesetze
Gesetze, die dem Naturgeschehen zugrunde liegen; alles Naturgeschehen untersteht einem zu allen Zeiten und überall unter den gleichen Bedingungen wiederkehrenden Zusammenhang. Naturgesetze sind Versuche des Menschen, diese Eigengesetzlichkeit der Natur in Funktionsbeziehungen zu fassen. Die Naturgesetze sind statistische Gesetze. Sie bewirken nicht das Weltgeschehen (Determinismus), sondern sind nur Regeln, die der Mensch aus diesem abzulesen versucht.
Die wichtigsten Naturgesetze sind die Erhaltungssätze der Physik: Energie-, Impuls-, Drehimpulserhaltungssatz usw.; in der Mechanik gilt das Newton’sche Kraftgesetz: Kraft = Masse mal Beschleunigung, und das Gravitationsgesetz, aus dem die Gesetze des Falls und die Kepler’schen Gesetze der Planetenbewegung folgen. Die Entdeckung der Maxwell’schen Gleichungen wurde erst durch die Annahme einer „Nahwirkungstheorie“ möglich. In der Wärmelehre gehört noch der sog. 2. Hauptsatz, der aussagt, dass die Entropie stets zunimmt, zu den wichtigsten Naturgesetzen.
In den letzten Jahrzehnten sind außer den makrophysikalischen Naturgesetzen der (klassischen und relativistischen) Mechanik, Elektrodynamik, Optik, Thermodynamik die Naturgesetze der Atomphysik studiert und in der Quantentheorie zusammengefasst worden. Dabei hat es sich gezeigt, dass es hier prinzipiell nicht mehr möglich ist, den Verlauf eines physikalischen Geschehens exakt vorher zu bestimmen, sondern dass man nur voraussagen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein gewisses Endergebnis erhalten wird. Das Naturgesetz von der Kausalität bleibt dabei erhalten.
Die Gesetzmäßigkeiten der Atomhülle, d. h. der die Atomkerne umgebenden Elektronen, sind im Wesentlichen bekannt und damit auch die Grundgesetze der Chemie. Die Naturgesetze der Atomkerne sowie die der schnell fliegenden kosmischen Strahlen sind noch weitgehend unerklärt (Kernphysik).
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