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LEXIKON

Panthesmus

[
griechisch
]
Allgottlehre
philosophische und theologische Auffassung, die nicht die Existenz, aber die Personhaftigkeit und die Transzendenz Gottes bestreitet. Gott existiert in allen Dingen und Erscheinungen der Welt bzw. Gott und die Natur sind eins. Der Begriff wurde von dem englischen Religionsphilosophen J. Toland in seiner Schrift „Pantheisticon“ 1720 (deutsch 1897) geprägt. Dass Gott und Welt identisch seien, kann entweder bedeuten, dass Gott „in“ allem ist (Panentheismus) oder dass Gott „alles“ ist (Theopanismus). Grundzüge pantheistischen Denkens durchziehen die gesamte Geschichte der abendländischen Philosophie und finden sich in vielen Religionen, besonders in ihren mystischen Stömungen. Eine Verbreitung des Pantheismus-Begriffes fand vor allem durch die Rezeption der Philosphie B. Spinozas statt, der Gott und Natur gleichsetzte und in allen Erscheinungen der Welt Attribute einer unendlichen göttlichen Substanz sah. Während im 18. Jahrhundert um die Frage gestritten wurde, inwieweit Pantheismus auch eine Form des Atheismus sei (sog. Pantheismusstreit), machte das Zeitalter der Romantik pantheistische Elemente zur Grundlage seiner Naturphilosophie.
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