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LEXIKON

Organsmus

[
griechisch
]
das Lebewesen als räumlich abgegrenztes Einzelwesen, im Gegensatz zum anorganischen Körper. Der Organismus ist ein materielles System, das in ständigem Stoffaustausch mit seiner Umgebung steht und laufend die materiellen Bestandteile verändert und ersetzt (sich im Fließgleichgewicht erhält). Der Organismus kann als System höherer Ordnung untergeordnete Systeme in sich zusammenschließen (z. B. der vielzellige Organismus ein System von Zellen) oder selbst Glied einer höheren organischen Einheit sein (Vergesellschaftung von Einzelwesen, wie Tierstöcke oder -staaten).
Der Begriff Organismus ist aus der Tier- und Pflanzensoziologie in die Soziologie des Menschen eingedrungen (organische Sozialstrukturen; soziale Organismen, z. B. die Familie; organische [organologische] Gesellschafts- und Staatstheorien, z. B. bei A. Müller, O. Spann, H. Spencer), ebenso in die Kulturphilosophie (L. Frobenius, O. Spengler: Kulturen als Organismen), Kunstphilosophie (das Kunstwerk als Organismus) u. a. In der Metaphysik des Pantheismus wird die Welt selbst als Organismus aufgefasst, z. B. von Paracelsus, F. W. von Schelling, G. T. Fechner („Weltseele“).
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