Lexikon

Prikles

Perikles
Perikles
Perikles'Lobrede auf Athens Demokratie
Perikles' Lobrede auf Athens Demokratie
Der athenische Geschichtsschreiber Thukydides gibt eine vermutlich fikive Rede wieder, in der Perikles im Jahre 431 v. Chr. das Selbstverständnis der attischen Demokratie umreißt:

... Weil das Regiment bei uns nicht in der Hand weniger, sondern der Gesamtheit liegt, nennt man unsere Verfassung demokratisch. Denn wie in den Angelegenheiten der einzelnen gleiches Recht für alle gilt, so gilt auch in Beziehung auf Geltung und Ansehen in Staat und Gemeinde nur persönliche Tüchtigkeit als Vorzug, nicht aber die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse, und selbst Armut hindert keinen, der was kann, aus seiner Unansehnlichkeit zu Amt und Würden zu gelangen... Im persönlichen Verkehr sind wir nicht weniger als Splitterrichter, im öffentlichen Leben aber schämen wir uns jeder Ungesetzlichkeit und gehorchen der jeweiligen Obrigkeit und den Gesetzen, vorzüglich den zum Schutz der Bedrängten gegebenen, und den wenn auch ungeschriebenen Gesetzen, deren Übertretung jedermann für eine Schande hält...

Auch für Gelegenheit zur Erholung von Mühe und Arbeit ist bei uns reichlich gesorgt durch Spiele und Feste, wie sie jahrein, jahraus gehalten werden, aber auch durch unser schönes Familienleben, dessen tägliche Freuden die Sorgen verscheuchen. Bei der Größe unserer Stadt kommen die Erzeugnisse aller Länder hier zu Markte, die wir so gut als unser Eigentum ansehen können wie die Erzeugnisse unseres eigenen Landes...
Auch in Beziehung auf das Kriegswesen befolgen wir insofern andere Grundsätze als unsere Gegner, als wir niemand den Aufenthalt hier in der Stadt verwehren. Es kommt nie vor, dass jemand ausgewiesen oder daran gehindert wird, sich hier umzutun und zu belehren, aus Furcht, die Feinde könnten uns Geheimnisse absehen und sich zu Nutze machen...
Seiner Armut braucht sich niemand zu schämen, es sei denn, dass er sie durch Faulheit selbst verschuldet hat. Der Politiker kann sich bei uns auch seinen eigenen Angelegenheiten widmen und der Geschäftsmann, der sein Gewerbe treibt, sich dabei sehr wohl auf Politik verstehen... Bei uns bildet sich jeder wenigstens ein Urteil über solche Fragen, wenn es auch zunächst den berufsmäßigen Politikern überlassen bleibt, über deren richtige Lösung nachzudenken. Wir glauben nicht, dass die Sachen darunter leiden, wenn man sich erst öffentlich darüber ausspricht; im Gegenteil...
Mit einem Wort, ich sage, unsere Stadt ist die hohe Schule für ganz Griechenland..."
athenischer Staatsmann, * zwischen 495 und 490 v. Chr.,  429 v. Chr.; Großneffe des Kleisthenes; in seine Regierungszeit fällt die wirtschaftliche und kulturelle Glanzzeit Athens.
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