Lexikon
Sartre, Jean-Paul: Die schmutzigen Hände
- Erscheinungsjahr: 1948
- Veröffentlicht: Frankreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Die schmutzigen Hände
- Original-Titel: Les mains sales
- Genre: Drama in sieben Bildern
Der Philosoph, Dramatiker, Essayist und Romançier Jean-Paul Sartre (* 1905, † 1980), der Begründer des Existenzialismus, Literaturnobelpreisträger 1964 (von Sartre nicht angenommen), setzt sich zwar gegen eine politisch einseitige Interpretation seines Dramas »Die schmutzigen Hände«, das am 2. April im Théátre Antoine in Paris uraufgeführt wird, zur Wehr. Aber die These der tendenziellen Unvereinbarkeit von politischem Handeln und moralischer Integrität wird während des Kalten Kriegs in der westlichen Welt, in der das Stück ein grandioser Erfolg wird, dennoch aufgegriffen, um antikommunistische Propaganda zu treiben. Schauplatz ist der fiktive Balkanstaat Illyrien, in dem auf Weisung Moskaus während des Zweiten Weltkriegs die Linie der kommunistischen Partei revidiert werden muss. Der idealistische bürgerliche Intellektuelle Hugo soll den Parteisekretär Hoederer ermorden, um sich vom Makel seiner bürgerlichen Herkunft reinzuwaschen. Er wird Sekretär dieses skrupellosen Parteisekretärs, der nicht davor zurückscheut, sich die Hände schmutzig zu machen, zögert den Mord jedoch immer weiter hinaus, je mehr er Hoederer schätzen lernt, einen Mann, der davon überzeugt ist, dass politisches Handeln und die von Hugo geforderte Reinheit der Idee einander ausschließen. Erst als Hugo seine Frau in den Armen Hoederers findet, tötet er ihn. Nun wird Hoederer von Moskau rehabilitiert, der Mord wird von der Justiz als Eifersuchtstat hingestellt. Hugo jedoch besteht darauf, nicht im Affekt gehandelt, sondern den Mord im Auftrag der Partei begangen zu haben. Damit ist Hugo für die Partei nicht mehr »verwendungsfähig«, er muss liquidiert werden. Zahlreiche Einzelheiten des Stücks entsprechen der Geschichte des russischen Revolutionärs und Politikers Leo D. Trotzki (Hoederer), der 1940 im Exil in Mexiko ermordet wurde. – Die deutschsprachige Erstaufführung findet am 6. November im Schauspielhaus Zürich statt.
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