Lexikon

Tel Aviv

[
tɛl aˈvi:f
]
Tel Aviv-Jaffa (-Yafo)
zweitgrößte Stadt Israels, an der Mittelmeerküste südlich der Yarqonmündung, 383 000 Einwohner, mit Vororten 3,2 Mio. Einwohner; Kultur- und Bildungszentrum; Städtische Universität, Bar-Ilan-Universität (beide 1953 gegründet), Forschungsinstitute, Musikakademie, Opernhaus, mehrere Theater und Museen; modernes Stadtbild („weiße Stadt“, am Bauhaus-Stil orientiert, 1928–1945 errichtet; Weltkulturerbe seit 2003), Altstadt im Stadtteil Jaffa mit Moschee (1810), Franziskanerkloster (17. Jahrhundert); wichtigster Industriestandort Israels, in dem fast alle Sparten vertreten sind; Großkraftwerk; Druckereien und Verlage; Mittelpunkt des Handels und Finanzwesens, Diamantenbörse (in Ramat Gan), Messestadt; Tourismus; Seehafen, internationaler Flughafen Ben Gurion in Lod.

Geschichte

Jaffa (griechisch Joppe, hebräisch Jopha) ist seit etwa 1500 v. Chr. bezeugt. Seit dem Altertum war es wichtig als Hafen für Jerusalem. 144 v. Chr. kam es unter jüdische, 64 n. Chr. unter römische Herrschaft. Seit dem 4. Jahrhundert war es Bischofssitz. Im 13. Jahrhundert wurde es während der Kreuzzüge fast völlig zerstört; erst um 1700 gewann es wieder Bedeutung. Im arabisch-israelischen Krieg 1948 wurde es von Israel erobert. Tel Aviv wurde 1909 als jüdischer Vorort von Jaffa gegründet. 1921 wurde es selbständige Stadt. 1950 wurde Jaffa eingemeindet. In Tel Aviv wurde 1948 der Staat Israel ausgerufen; bis 1949 war es provisorische Hauptstadt. Wegen des völkerrechtlich ungeklärten Status von Jerusalem unterhalten die meisten ausländischen Staaten ihre diplomatischen Vertretungen in Tel Aviv.
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