Lexikon
Ụnterwalden
zentralschweizerischer Kanton südlich des Vierwaldstättersees, gegliedert in die beiden politischen selbständigen Halbkantone Obwalden und Nidwalden. Die zumeist deutschsprachige Bevölkerung ist überwiegend katholisch. Die ursprünglichen Haupterwerbszweige sind Alpwirtschaft, Viehzucht und Obstbau, werden aber heute an Bedeutung von der Industrie übertroffen. Der Fremdenverkehr ist bedeutend.
Geschichte
Neben den Landes-, adligen und geistlichen Grundherren sind im 13./14. Jahrhundert auch ein Talschaftsverband von Unterwalden bzw. Teilkorporationen von Nid- und Obwalden belegt. Am Ewigen Bund von 1291 waren nur die Talleute von Nidwalden beteiligt, die Obwaldner spätestens an der Bundeserneuerung von 1315. 1309 erlangte Unterwalden die Reichsfreiheit. In der Folge verfestigten sich die nur zu Beginn des 14. Jahrhunderts gemeinsamen, danach weitgehend getrennten politischen Strukturen Nid- und Obwaldens. Während Obwalden 1798 die Helvetische Verfassung widerstandslos annahm, wehrten sich die Nidwaldner am 9. 9. 1798 erfolglos gegen die französischen Revolutionstruppen. In der Helvetik bildete Obwalden den Distrikt Sarnen, Nidwalden den Distrikt Stans im Kanton Waldstätten. Die Talschaft Engelberg kam 1803 zu Nidwalden, 1815 als Exklave zu Obwalden. 1850 gaben sich beide Halbkantone liberale Verfassungen. 1996 schaffte Nidwalden die Landsgemeinde ab, 1998 folgte Obwalden.
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