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Natürliche Frostschutzmittel

Alexander Stahr

Fische in den polaren Regionen der Erde schützen sich mit natürlichen Frostschutzmitteln. So genannte Glykoproteine, mit Zucker verknüpfte Proteine oder Eiweiße, bewahren sie vor dem Erfrieren.

Glykoproteine binden sich an die Oberfläche von winzigen Eiskristallkeimen und verhindern dadurch, dass diese zu größeren Kristallen anwachsen. Denn dadurch würden sie die Körperzellen zerstören. Solche Gefrierschutzproteine finden sich jedoch nicht nur bei Fischen im Eismeer.

Der Nordamerikanische Waldfrosch kann das, wovon viele Menschen träumen: tief gefroren auf einen Neuanfang warten. Im Spätherbst beginnt die Leber des kleinen Frosches mit der Produktion von Zucker. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel bis zum Winter auf das bis zu 250-fache des natürlichen Wertes an.

Die Körperzellen bleiben dadurch auch bei größeren Minusgraden intakt - ein perfektes Frostschutzmittel. Man kann den Waldfrosch regelrecht einfrieren. Wird er wieder aufgetaut, hüpft er munter von dannen.

Geforscht wird an den natürlichen Frostschutzmitteln schon seit geraumer Zeit. Mögliche Anwendungsgebiete für die Frostschutzmittel finden sich beispielsweise in der Landwirtschaft. So könnte die Vegetationszeit von Getreide verlängert oder der Anbau von Früchten in nördlichen Gebieten ermöglicht werden.

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