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Skellig Michael: Eine Insel zwischen Weltkulturerbe und Star Wars

Zerklüftete Felsen, leuchtend grüne Grasmatten und zwischendrin immer wieder geheimnisvolle Steintreppen und Hütten: Das ist Skellig Michael, eine kleine Insel vor der Westküste Irlands. Die wilde Natur und die zum Weltkulturerbe erklärten Ruinen faszinierten den Regisseur J.J. Abrams so sehr, dass er die Schlussszene des aktuellen Star Wars Films auf dieser Insel drehte. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Die Inseln Skellig Michael und Little Skellig liegen am westlichsten Ende des europäischen Kontinents: Wie zwei kompakte Gipfel ragen sie zwölf Kilometer vor der Küste des County Kerry aus dem meist stürmischen Atlantik auf. Mit 21 und sieben Hektar sind diese Inseln ziemlich klein – aber das tut ihrer Bedeutung keinen Abbruch. Denn auf ihnen findet man einzigartige Zeugnisse der Vergangenheit – und eine ganz besondere Natur.

Rätselhafte Rundbauten

Betritt man die größere Insel Skellig Michael, fallen als erstes die schroffen, grauen Sandstein-Felsen auf, die wie spitze Zähne in die Höhe ragen. Bei näherem Betrachten zeigen sich jedoch zwischen diesen natürlichen Formationen auch menschengemachte Strukturen: eine lange Treppe aus 600 groben Steinstufen schlängelt sich den Berg hinauf und zwischen den Felsenliegen mehrere rundliche Steingebilde.

Diese Bauwerke sind die Überreste eines der ältesten und ungewöhnlichsten Klöster der Erde. Vor rund 1.400 Jahren kamen asketische Mönche auf die Insel, um in dieser kargen Wildnis die Einsamkeit zu suchen und in Einkehr und Gebet Gott näher zu kommen. Für ihre Unterkünfte bedienten sie sich ausschließlich von dem, was die Insel selbst hergab: die Steine.

Kloster aus Trockenstein-Mauern

In mühevoller Arbeit schichteten die Mönche grobe Felsstücke so aufeinander, dass runde Hütten mit Kuppeldach entstanden. Sie halten ganz ohne Mörtel oder Lehm zusammen – und das bis heute. Der Hauptteil der Klosteranlage mit den Mönchsbehausungnen, einer Resten einer Kapelle und einem Mausoleum auf dem breiten Plateau des Nordostgipfels der Insel, eine Einsiedelei liegt knapp unter dem 218 Meter hohen Südgipfel.

Entsprechend ihrem asketischen Lebenswandel benötigten die Mönche nicht viel zum Leben: Trinkwasser lieferte ihnen eine kleine Quelle, Gemüse und Kräuter zogen sie in kleinen Beeten auf der windabgewandten Seite des Berggipfels. Noch heute wachsen zwischen den Felsen die Nachfahren dieser Gartenpflanzen. Die reichlich umherfliegenden und brütenden Vögel haben vermutlich ebenfalls ihren Speiseplan bereichert.

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NPO, 13.01.2015
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