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Die Nationalparks in Dänemark

Dänemark zeichnet sich durch eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt aus, die in den vier Nationalparks zu finden und zu besuchen sind. In allen Parks ist der Eintritt kostenlos und es gibt Optionen, mit dem Fahrrad, dem Pferd und in Teilen mit dem Auto diese Vielfalt zu erkunden. Die Nationalparks sind Dänemarks ganzer Stolz und seit Juni 2014 gehört das Wattenmeer Dänemarks ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Dänemarks Strände sind bei Urlaubern wie Einheimischen sehr beliebt

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Der größte Teil des Landes war ursprünglich mit bis zu 90 Prozent Mischlaubwald belegt, in dem viele Tiere ihr Zuhause fanden, wie Elche oder Auerochsen und Wildschweine, die allerdings längst ausgestorben und verdrängt worden sind. Durch die dichte Besiedelung und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung der Fläche ist die Anzahl der Säuge- und Wirbeltiere deutlich zurückgegangen. Allerdings sind gerade die Nationalparks blühendes Beispiel für eine Rückeroberung und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Region. Dachse, Otter und Iltis sind vereinzelt zu finden sowie das größte Tier in Dänemark: Der Edelhirsch. Er ist der Nachfahre der Hirsche, die vor nahezu 10.000 Jahren in Jütland lebten. Auch die Vogelpopulationen sind in Dänemark zahlreich, über 300 Vogelarten zählen die Ornithologen, mit über 160 Brütern, unter anderem auch größere Greifvögel wie Steinadler, Merlin, Falken und Bussarde. Die größte Population machen die Meeresbewohner aus, da der Artenreichtum in den Wasserflächen Dänemarks sehr groß ist.

Der Nationalpark Thy

Der wohl älteste Nationalpark Dänemarks befindet sich auf der nordjütischen Insel, angrenzend an die Nordseeküste. Über 24.000 Hektar Fläche nimmt der Park ein und ist eines der beliebtesten Urlaubsziele für Touristen und Einheimische, denn es gibt Wanderwege, spezielle Vogelbeobachtungsstationen und Aussichtstürme. Erst 2008 erhielt Thy den Status Nationalpark, denn das Konzept der Parks wurde erst in den 2000ern für Dänemark neu entworfen, unter Einbindung der Bevölkerung und einem langwierigen Prozess bis zum Erhalt des neuen Status.

Involviert werden Naturschutzgebiete, die eine internationale Auszeichnung erhalten haben und darüber hinaus für Dänemark eine besondere Bedeutung besitzen. Engagement der Bevölkerung vor Ort und ein demokratischer Abstimmungsprozess entscheidet über die Kennzeichnung der Parks, die zum Teil in private Gebiete fallen.

Thy zeichnet sich durch eine spezielle Dünen- und Heidelandschaft aus, die sich durch die Sandflucht der Küste formierte. Die Region um die Süßwasserseen Nors Sø und Vandet Sø beherbergt seltene Rehe, Hirsche und Brutvogelarten. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die kleinen Fischerdörfer an der Küste, das Museumscenter Hanstholm als Zeitzeuge des Zweiten Weltkrieges, das Nordsee Aquarium mit seltenen und häufig vorkommenden Fischarten und die zahlreichen Aussichtsplattformen. Für Wanderungen ist der Nationalpark sehr gut geeignet, aber auch für zahlreiche weitere Aktivitäten. Dansk.de stellt die interessantesten Möglichkeiten zusammen und gibt Tipps für Ausflüge und besondere Regionen im Park, vom Reiten bis zum Mountainbiken oder Fahrradfahren. Der Leuchtturm Lodbjerg wurde 1883 errichtet und auf den 35 Metern Höhe ist die Aussicht über die Landschaft sehr umfassend.

Es gibt keine Einschränkungen sich im Park zu bewegen, alles ist frei zugänglich, nur sollte sich vor Eintritt bei der Touristeninformation eine Karte besorgt werden. Diese befindet sich im Thy Touristenbüro in Thisted und Hurup.

Der Nationalpark Mols Bjerge

Dieser Park besitzt 180 Quadratkilometer und ist nach den Hügeln Mols benannt. Im Süden von Djursland in Ostjütland gelegen, gibt es dort viele ungewöhnliche Landschaften und Tierarten, inklusive der Seen Stubbe Sø und Langsø. Dort sind immer mal wieder die See- und Fischadler zu sehen, Naturwälder wechseln sich mit Strandwiesen ab. Die Landschaft ist eine Moränenlandschaft, die während der letzten Eiszeit entstanden ist. Die Strände der Region gelten als äußerst beliebt und sind im Sommer von vielen Touristen und Einheimischen begehrte Erholungsplätze.

Dieses Video zeigt die einmalige Landschaft:

Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Grabhügel der Bronzezeit, kleinere Dörfer und Höfe und die Burg Kalø, die Slotsruin, die bereits 1313 errichtet wurde und auf der Halbinsel Kalø im Norden des Naturparks zu finden ist. Die Städte Ebeltoft und Trehøje sind immer einen Ausflug wert und Fahrradfahren und Wandern ist im gesamten Park gut möglich. Auf Stubbe Sø können Naturfreunde Vogelbeobachtungen unternehmen, um den seltenen Blick auf Eisvögel und Fischadler ergattern.

Die Ruine in Kalø zeugt von der bewegten Vergangenheit Dänemarks.

Nationalpark Wattenmeer

Seit 2010 gibt es den größten Nationalpark Dänemarks offiziell zu besichtigen, das Wattenmeer. 146.000 Hektar Fläche beinhalten das Wattenmeer, die Wattenmeerinseln, Skallingen, Marbæk, Marschland und das Flusstal Varde. Als Teil des geschützten Gebietes der EU und der Particularly Sensitive Sea Areas, ist es Dänemark besonders wichtig, Flora und Fauna zu erhalten und Touristen und Besucher gleichzeitig zu integrieren. Laut Nationalpark-Wattenmeer.de gehört der dänische Teil des Wattenmeers nun auch zum Weltnaturerbe. Bis zu zwölf Millionen Vögel brüten im Wattenmeer, mit dem reichhaltigen Nahrungsangebot und neben den Millionen Staren sind auch die Seehunde am zahlreichsten im Wattenmeer vertreten.

Das Wattenmeer wird in Dänemark ebenso gepflegt und geschützt wie in Deutschland.

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Am Wattenmeer finden sich einmalige Baustrukturen der Dörfer, alte Kleinstädte, Deichanlagen und ein Wechselspiel von Marsch, Hügel und Heide. Die Gezeiten sind zu jeder Jahreszeit ein einmaliges Naturschauspiel.

Nationalpark Skjoldungernes Land und Skern A Nationalpark

Seit März 2015 gibt es auf der Insel Seeland den neusten Nationalpark bei Roskilde und Lejre, der viele Fjorde beinhaltet und einen großen Reichtum innerhalb der Laubwälder. Der Name bedeutet – Land der Schildjungen – und basiert auf den alten Sagen der Region. Neben der besonderen Landschaft finden sich altertümliche Herrenhäuser, UNESCO Weltkulturerbe Roskilde und weitere Kulturgüter.

Die Fjorde eignen sich besonders gut zur Vogelbeobachtung, während Freizeitangebote und Produkte der Region den Tourismus ankurbeln sollen.

Roskilde ist die zweitgrößte Stadt Seelands und bedeutendes Kulturerbe Dänemarks. Als ursprüngliche „Wikingerstadt“ gibt es dort das berühmte Wikingermuseum, den Dom von Roskilde und zahlreiche Hügelgräber. Das jährliche Roskilde-Festival ist unter Musikliebhabern aus Pop, Rock, Electro, Metal und alternativer Musik heiß begehrt und zieht über 100.000 Teilnehmer ins Land.

Ein weiterer Nationalpark sollte eigentlich in den kommenden Jahren eröffnet werden, der Skern A Nationalpark im Westen Jütlands mit einer Fläche von 248,7 Quadratkilometern und Nordeuropas größtem Renaturierungsprojekt, doch das Projekt wurde erst einmal wieder auf Eis gelegt.

 

02.07.2015

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