Wahrig Herkunftswörterbuch

Sabotage

Vereitelung der Ziele anderer durch passiven Widerstand, Beschädigung oder Zerstörung von Produktionsmitteln u. Ä.
frz.
sabotage „absichtliches Verpfuschen einer Arbeit, Unbrauchbarmachen von Produktionsmitteln“, eigtl. „Holzschuhfabrikation“, zu
frz.
saboter „Holzschuhe herstellen, in Holzschuhen herumtappen“, dann (unter Einfluss von
frz.
savetier „Schuhflicker, Pfuscher“ und der Tatsache, dass der erste Sabotageakt mit Hilfe von Holzschuhen vollzogen wurde) auch übertr. „pfuschen, unbrauchbar machen, zerstören“, zu
frz.
sabot „Holzschuh“, aus
frz.
savate „abgetragener Schuh“, urspr. wahrscheinlich auch „Holzschuh“, weitere Herkunft nicht bekannt
[Info]
Sabotage
Das frz. Wort sabotage steht für „absichtliches Verpfuschen“ sowie die „Beschädigung oder Zerstörung von Produktionsmitteln“. Zugrunde liegt das
frz.
Wort sabot „Holzschuh“, das von
altfrz.
cabot, einer Variante von savate „alter Schuh“ stammt. Saboter bedeutete „Holzschuhe herstellen, in Holzschuhen herumtappen“, und mit Holzschuhen vollzog sich auch der erste Sabotageakt: Französische Landarbeiter warfen zur Zeit der beginnenden Mechanisierung der Landwirtschaft ihre Holzschuhe in die Feldmaschinen, durch die sie ihre Arbeitsplätze gefährdet sahen. Die Geräte wurden dadurch unbrauchbar. Sabot bekam in der Folge auch die Bedeutung „Hemmschuh, Bremsklotz“. Zum Begriffshintergrund gehört die Bewegung der Maschinenstürmer, die sich im 18. und 19. Jh. auch in England und Deutschland gegen den Arbeitsplatzverlust richtete, den die Mechanisierung der Arbeitswelt nach sich gezogen hatte. Eine Tat aus Sabotage nennt man Sabotageakt; derjenige, der sie ausübt, heißt Saboteur.
Wissenschaft

Tobias Erb

(*1979) ist Biochemiker am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg. Mit seiner Forschungsgruppe untersucht er Stoffwechsel-Mechanismen. Der Fokus liegt dabei auf der Umwandlung von Kohlendioxid durch Bakterien, Algen und Pflanzen – und wie sich dieser Prozess synthetisch verbessern lässt.

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