Lexikon

Zhou Enlai

[dʒɔu-]
Chou En-lai; Tschou Enlai
chinesischer Politiker (Kommunist), * 1898 Huaian, Provinz Jiangsu,  8. 1. 1976 Peking; nach Studien in Japan, Frankreich und Deutschland 1924 politischer Leiter der Militärakademie Whampoa. Seit Ende der 1920er Jahre gehörte Zhou Enlai zum engsten Führungskreis der Kommunistischen Partei; er wurde 1927 Mitglied des Zentralkomitees und war von 1928 bis zu seinem Tode Mitglied des Politbüros. 1934/35 nahm er am Langen Marsch teil; während des chinesisch-japanischen Krieges war er Verbindungsmann der kommunistischen Führung zur Regierung Chiang Kai-sheks. Nach der Gründung der Volksrepublik war er 19491976 Ministerpräsident (Vorsitzender des Staatsrates), bis 1958 zugleich Außenminister. Als Außenpolitiker erwarb sich Zhou Enlai weltweites Ansehen. Obwohl er Mao Zedongs Autorität nie in Frage stellte, sorgte er während der Kulturrevolution und der nachfolgenden Wirren (19661976) für ein Mindestmaß an Kontinuität in Verwaltung und Wirtschaft. In seinen letzten Lebensjahren war er verdeckten Angriffen der linksradikalen Viererbande ausgesetzt und hatte möglicherweise auch nicht mehr das Vertrauen Maos. Ein offizielles Trauerverbot nach seinem Tode löste den Tiananmen-Zwischenfall aus, bei dem die Bevölkerung Pekings ihn und seinen Vertrauten Deng Xiaoping als Repräsentanten einer pragmatischen und gemäßigten Politik feierte.
Bandung-Konferenz: Zhou Enlai und Nehru
Zhou Enlai und Jawaharlal Nehru
Chinas Premierminister Zhou Enlai (links) und der indische Premierminister Jawaharlal Nehru während der Bandung-Konferenz
Neuguinea, Zähne
Wissenschaft

Die Archive des Lebens

Museumssammlungen sind wie Schatzkisten: Je tiefer Forscher wühlen, desto mehr Überraschungen finden sie. So werden immer wieder große Tierarten neu entdeckt. von BETTINA WURCHE Unzählige Schädel, Skelette und Gewebeproben werden in Museen verwahrt – getrocknet, versteinert oder in Alkohol konserviert –, systematisch sortiert und...

Humanoide Echse mit Anzug und Brille, steht aufrecht, trägt einen Aktenkoffer, Text:
Wissenschaft

Wenn Forschende Geschichten erzählen

Experimentelle Forschung braucht Geld. Dafür müssen die Forschenden in aller Regel über Projektanträge sogenannte Drittmittel bei öffentlichen oder privaten Förderorganisationen beantragen – beispielsweise bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dort werden die Anträge von Fachkollegen begutachtet, die nachfolgend das...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch