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Welche Werke hat Ovid im Laufe seines Lebens verfasst?
Ovids dichterisches Werk lässt sich in drei Komplexe gliedern: Zu den erotischen Dichtungen zählen die Liebeselegien (»Amores«), in denen er sich spielerisch vom Phänomen der Liebe distanziert und es ironisch kommentiert, sowie »Ars amatoria« (»Liebeskunst«), die formal in der Tradition des Lehrgedichts steht. Ihr galant-frivoler Tonfall soll Ovid die Verbannung durch den konservativ gesonnenen Kaiser Augustus eingebracht haben, man vermutet aber, dass eher die Mitwisserschaft an einem Sittenskandal oder politische Ränke der Grund waren. Die größeren erzählenden Dichtungen umfassen neben den »Metamorphosen« die unvollendeten »Fasti«, eine dichterische Darstellung des römischen Festkalenders, und die »Heroides«, ein fiktiver Briefwechsel mythologischer Heldinnen mit ihren Gatten/Geliebten.
Ab 8 n.Chr. jedenfalls lebte Ovid in Tomis (heute Konstanza) am Schwarzen Meer im unfreiwilligen Exil. Die Werke aus dieser Zeit– »Tristia« (»Klagelieder«) und »Epistulae ex Ponto« (»Briefe vom Schwarzen Meer«) – sind von schwerer Melancholie und tiefer Resignation gekennzeichnet, von der vergeblichen Hoffnung auf eine baldige Rückkehr aus der tristen Grenzprovinz in das strahlende Rom.
Gesunder Menschenverstand
Der gesunde Menschenverstand – im Englischen auch als Common Sense bekannt – hieß ursprünglich und bis zum 18. Jahrhundert allgemeiner Menschenverstand, was oftmals als gemeiner Menschenverstand verkürzt wurde und dabei Missfallen erregte. Denn wer wollte schon seinen Verstand für etwas Gemeines einsetzen? Und so kam man...
Wirklich wahr?
Die Frage nach der Wahrheit ist ein Klassiker der Wissenschaftsphilosophie, und gerade in dieser Zeit besonders wichtig. von TOBIAS HÜRTER Es gibt eine merkwürdige Stelle in der Bibel, die man leicht überliest. Als Jesus im Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus verhört wird und beteuert, er sei gekommen, um „für die...