Wissensbibliothek

Welche religiösen Praktiken lassen sich nachweisen?

Aus dem China der Frühzeit sind unterschiedliche Riten bekannt. Aufschluss über die Kultpraxis, Opferdienste, Weissagungen mithilfe von Knochen oder Schildkrötenpanzern und Begräbnisriten geben uns archäologische Funde und die ältesten Texte im »Buch der Schriften« und im »Buch der Lieder«. Die wichtigsten dieser Rituale standen im Zusammenhang mit der Sicherstellung reicher Ernten und dem Ahnenkult.

Der hierarchisch gegliederte Ahnenkult diente den Mächtigen zur Festigung ihrer Blutsbande: König, Fürst, Sippe und Familie opferten in ihren jeweiligen Ahnentempeln und versorgten die Ahnen mit dem Nötigsten. Auch der Bestattungskult ist als Zeichen der großen Bedeutung der Ahnenverehrung zu werten. Dem Verstorbenen wurden für das Jenseits verschiedene Dinge mitgegeben, die er im Leben gebraucht hatte, in der Shang-Zeit mussten sogar zahllose Menschen, Diener und Frauen, dem Toten ins Grab folgen. Die aufgefundenen Ritualbronzen dienten als Speise- und Trankopfergefäße.

Bereits die Shang kannten den Kult des Erdgottes, dessen Altar des Erdbodens den allgemeinen kultischen Mittelpunkt bildete. Durch die Gleichsetzung des Hochgottes Shangdi mit Tian kam es dann unter den Zhou zur Verschmelzung von Agrarkult und Ahnenkult. Die höchsten Opferdienste für den Himmel wurden vor der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche vom Kaiser, dem Himmelssohn persönlich, mit großem Aufwand an einem Opferaltar in der südlichen Vorstadt vollzogen.

Neandertaler-Zähne
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Neandertaler-Linie war 50.000 Jahre isoliert

In der Endzeit der Neandertaler gab es in Europa offenbar mindestens zwei genetisch voneinander getrennte Linien. Das legen DNA- und Isotopen-Analysen eines Neandertalers nahe, der 2015 in der Grotte Mandrin in Frankreich entdeckt wurde. Das Individuum, dem die Forschenden den Spitznamen „Thorin“ gaben, lebte demnach vor etwa 42....

T-Zelle
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Immuntherapien gegen Krebs zielen darauf, das körpereigene Immunsystem gegen die Tumorzellen zu aktivieren. Zu den Nebenwirkungen zählt allerdings neben einem erhöhten Risiko für Autoimmunerkrankungen auch eine gesteigerte Anfälligkeit für Infekte. Ein Forschungsteam hat nun eine mögliche Erklärung für diesen unerwünschten Effekt...

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