Daten der Weltgeschichte
Warum der Mensch den Staat braucht
In seinem Werk Politica
bestimmt Aristoteles die Aufgaben des Staates aus der Natur des
Menschen:
Außerdem
ist der Zweck und das Ziel das Beste. Die Autarkie ist aber das Ziel und das
Beste.
Daraus ergibt
sich, dass der Staat zu den naturgemäßen Gebilden gehört und
dass der Mensch von Natur ein Staaten bildendes Lebewesen ist; derjenige,
der durch seine Natur und nicht bloß aus Zufall außerhalb des
Staates lebt, ist entweder schlecht oder höher als der Mensch, wie etwa
der von Homer beschimpfte: 〉ohne Geschlecht, ohne Gesetz und ohne Herd〈
... Dass also der Staat von Natur ist und ursprünglicher als der Einzelne,
ist klar. Da der Einzelne nicht autark für sich zu leben vermag, so wird
er sich verhalten wie auch sonst ein Teil zu einem Ganzen. Wer aber nicht
in Gemeinschaft leben kann oder in seiner Autarkie ihrer nicht bedarf, der
ist wie etwa das Tier oder die Gottheit kein Teil des Staates.
Alle Menschen haben also von Natur aus den
Drang zu einer solchen Gemeinschaft, und wer sie als Erster aufgebaut hat,
ist ein Schöpfer größter Güter. Wie nämlich der
Mensch, wenn er vollendet ist, das Beste der Lebewesen ist, so ist er ohne
Gesetz und Recht das schlechteste von allen. Das Schlimmste ist die bewaffnete
Ungerechtigkeit. Der Mensch besitzt von Natur als Waffen die Klugheit und
Tüchtigkeit, und gerade sie kann man am allermeisten in entgegengesetztem
Sinne gebrauchen. Darum ist der Mensch ohne Tugend das gottloseste und wildeste
aller Wesen und in Liebeslust und Essgier das Schlimmste. Die Gerechtigkeit
dagegen ist der staatlichen Gemeinschaft eigen. Denn das Recht ist die Ordnung
der staatlichen Gemeinschaft, und das Recht urteilt darüber, was gerecht
sei.
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