Krankenhauskeime: Gefahr in der Klinik
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Krankenhauskeime: Gefahr in der Klinik

Foto: Foto: A. Wagner, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Krankwerden anstatt genesen: Patienten können sich in Kliniken ernsthafte Infektionen mit sogenannten Krankenhauserregern zuziehen – im Extremfall mit tödlichen Folgen. Doch was sind Krankenhauskeime eigentlich genau? Warum sind sie mitunter so gefährlich und wie kann man sich vor ihnen schützen? Wir klären auf.

Wer als Patient im Krankenhaus liegt, will vor allem eins: möglichst schnell gesund werden. Tatsächlich aber passiert nicht selten genau das Gegenteil. Statt zu genesen, fangen sich viele Patienten in der Klinik zusätzlich zu ihrer eigentlichen Erkrankung eine Infektion mit Krankenhauskeimen ein. Bakterien wie Clostridium difficile oder Staphylococcus aureus behindern dabei nicht nur den Genesungsprozess, sondern bedrohen im schlimmsten Fall sogar das Leben der Betroffenen.

Allein in Deutschland infizieren sich nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control jedes Jahr 500.000 Menschen im Krankenhaus mit solchen Erregern. 15.000 von ihnen sterben an den Folgen. Doch was sind Krankenhauskeime eigentlich genau – und warum sind sie so gefährlich?

Was sind Krankenhauskeime?

Grundsätzlich fassen Fachleute unter dem Begriff Krankenhauskeime alle Mikroorganismen zusammen, die Patienten im Zuge einer medizinischen Maßnahme infizieren können. Dazu zählen Bakterien, die fast jeder Mensch natürlicherweise in sich trägt – ob im Darm oder auf der Haut. Auch Keime, die in unserer Umgebung wie der Luft oder dem Wasser vorkommen, können zu Krankenhauserregern werden.

Gesunden Menschen schaden diese Keime in der Regel nicht. Sie werden jedoch zum Risiko, wenn sie beispielsweise bei einer Operation in eine offene Wunde oder eine Körperregion gelangen, in der sie üblicherweise nicht vorkommen. Gerade ohnehin geschwächte, sehr kranke oder alte Patienten können mit solchen Infektionen nur schwer zurecht kommen. Sie drohen, ernsthafte Symptome zu entwickeln: offene und schmerzhafte Wunden, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen.

Warum sind sie so gefährlich?

Das Problem: Infektionen mit Krankenhauskeimen lassen sich oft nur schwer bekämpfen. Denn viele der Erreger sind resistent gegen Antibiotika – die einst schärfste Waffe der Medizin gegen Bakterien. Problematisch sind in diesem Zusammenhang vor allem die sogenannten multiresistenten Keime.
Erreger wie der Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus, kurz MRSA, springen inzwischen auf fast keines der gängigen Antibiotika mehr an. Sie lassen sich besonders schwer töten und sind deshalb so gefürchtet.

Oft sind es die Patienten selbst, die solche multiresistenten Bakterien mit in die Klinik bringen. So nistet sich etwa der MRSA-Erreger erwiesenermaßen auf lange Zeit in Haushalten ein. Dort wird er über Jahre unbemerkt von einer Person an die nächste weitergegeben. Erreicht er dabei eine chronisch kranke Person oder wird von Betroffenen in ein Krankenhaus getragen, kann das mitunter tödliche Folgen haben.

Wie kann man sich schützen?

Einen hundertprozentigen Schutz gegen Krankenhausinfektionen gibt es nicht. Allerdings wären nach Schätzungen von Experten bis zu ein Drittel aller Fälle vermeidbar: durch verstärkte Hygienebemühungen. Schon mit einfachen Desinfektionsmaßnahmen lässt sich die Übertragungskette wirkungsvoll unterbrechen – dazu zählen vor allem die gründliche Reinigung von Oberflächen sowie die Händedesinfektion. Letztere sollten nicht nur Ärzte, sondern auch Patienten und Besucher regelmäßig durchführen. Spender mit Desinfektionsmitteln sind inzwischen in den meisten Kliniken an vielen Stellen verfügbar.

Gegen multiresistente Keime sind darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen erforderlich. So empfiehlt das Robert Koch-Institut, Risikogruppen direkt bei der Aufnahme in die Klinik auf Erreger wie MRSA zu testen. Das geht ganz schnell durch einen Nasen-Rachen-Abstrich. Wird der Keim nachgewiesen, können Patienten isoliert stationiert werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Zudem lassen sich nicht sehr dringende Operationen in einem solchen Fall verschieben. Mediziner versuchen dann zunächst, den Keim mit einer speziellen Behandlung loszuwerden. Dabei kommen in der Regel sogenannte Reserveantibiotika zum Einsatz – Medikamente, die standardmäßig nicht gegen die Erreger eingesetzt werden. Der Vorteil: Die Keime sind gegen diese Mittel noch nicht resistent. Der Nachteil: Die Reserveantibiotika wirken häufig weniger zielgerichtet, sind dadurch weniger effektiv und zudem oft schlechter verträglich.

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