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Lebensmittel online kaufen: Notlösung oder die Zukunft des Shoppingverhaltens?

Der Online-Handel boomt bereits seit langer Zeit. Über 70 Milliarden Euro jährlich werden umgesetzt. Insbesondere Kleidung, Unterhaltungselektronik sowie Bücher gelangen in großer Zahl auf dem Versandweg direkt in die Haushalte der Kunden. Nonfood-Gebrauchsgüter nehmen den Hauptanteil im interaktiven Handel ein. Jedoch sind steigende Zahlen im Bereich des Lebensmitteleinkaufs online zu verzeichnen. Einen guten Teil dazu trugen die Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie bei, die insgesamt für einen immensen Anstieg der Umsatzzahlen im Bereich des Onlineshoppings sorgten.
Symbolbild Onlineshopping

Pixabay.com , PreisKing (CC0 Public Domain)

Zahlen zum Online-Handel mit Lebensmitteln

Gemäß Statistik wurden in den Jahren 2014 bis 2021 folgende Online-Umsätze mit Lebensmitteln in Deutschland erzielt (in Millionen Euro):

  • 2014: 618
  • 2015: 736
  • 2016: 932
  • 2017: 1.130
  • 2018: 1.360
  • 2019: 1.595
  • 2020: 2.667
  • 2021: 3.923

Sowohl Marktexperten als auch das Statistische Bundesamt sprechen von einer nachhaltigen Entwicklung. Sie habe sich bereits seit Längerem abgezeichnet, durch die Corona-Krise wurde sie noch beschleunigt. Im gleichen Atemzug stieg die Zahl der neu gegründeten Unternehmen in den Branchen Lebensmittel, E-Commerce, Bildung sowie Gaming deutlich an.

Vorteile des Onlineshoppings von Lebensmitteln

Anfangs waren es die erschwerten Einkaufsbedingungen und die Angst vor einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus, die Menschen zum Onlineshopping von Nahrungsmitteln verleiteten. Dass viele Verbraucher weiterhin am Ball bleiben, liegt vor allem an den zahlreichen Vorteilen, die es mit sich bringt:

  • bequemes Einkaufen von den eigenen vier Wänden aus
  • Zeiteinsparung, da Parkplatzsuche, Auswählen der Waren in überfüllten Geschäften und Schlange stehen an der Kasse wegfallen
  • Tragen schwerer Einkaufstaschen, Getränkekisten etc. erübrigt sich
  • einfache Möglichkeit zum Vergleichen von Preisen

Komfortshopping für Firmen und Co.

Ebenso wie für Privathaushalte ist auch der Einkauf von Lebensmitteln online für Großfirmen und Dienstleister interessant. So bietet beispielsweise das Unternehmen Bringmeister einen umfangreichen Geschäftskundenservice mit folgenden Inhalten:

  • Firmenkunden profitieren von einer unkomplizierten Registrierung
  • auf Wunsch persönliche Beratung und individueller Bestellsupport
  • Möglichkeit des Rechnungskaufes mit 30-tägigem Zahlungsziel
  • umfangreiche Liefermengen
  • Lieferzeitfenster von einer Stunde

Im Angebot stehen mehr als 12.000 Artikel, von Getränken über Obst und Snacks bis zu Zutaten für einen Büro-Brunch. Und wer kurzfristig feststellt, dass die Briefumschläge oder Schreibutensilien ausgegangen sind, kann diese gleich noch mitbestellen.

Lebensmittel werden in einem speziell gekühlten Wagen transportiert – Frische ist somit garantiert. Darüber hinaus erfolgt die sorgfältige Auswahl der einzelnen Waren per Hand. Prädestiniert ist Komfortshopping unter anderem für Pflegedienste, Kitas und Büros. Das Nahrungsmittelangebot eignet sich perfekt für Frühstück, Brunch, Mittagessen, Meetings sowie Partys mit den Mitarbeitern oder Geschäftskunden.

Obst
Seriöse Online-Händler wählen die bestellte Ware mit größter Sorgfalt aus.

Pixabay.com, tookapic (CC0 Public Domain)

Sorgfältige Auswahl der Lebensmittel für die Online-Bestellung

Auswanderfreudige und Unternehmen, die ihren Sitz ins Ausland verlegt haben, profitieren in besonderem Maße von der Digitalisierung: Heute ist es möglich, von überall auf der Welt online zu arbeiten – einzige Grundvoraussetzung ist eine zuverlässige Internetverbindung. Zahlreiche Menschen, die Deutschland den Rücken zugekehrt haben, vermissen ab und an auf ihrem Speiseplan bestimmte Nahrungsmittel, die es an ihrem neuen Wohnort nicht gibt. Auch ihnen kommt das Onlineshopping entgegen, denn viele deutsche Unternehmen liefern auch ins Ausland.

Gleich, ob kurze oder lange Versandwege anstehen, lang haltbare Produkte können bedenkenlos online gekauft werden. Dazu zählen zum Beispiel Nudeln, Reis, Konserven sowie Getränke. Es gibt jedoch auch verschiedene Lebensmittel, die man sich besser weiterhin persönlich in einem Ladengeschäft auswählt:

  • Beerenfrüchte, Pfirsiche, Tomaten – sie gehören zu den leicht verderblichen Obst- bzw. Gemüsesorten; zudem sind sie sehr empfindlich, Druckstellen und im Anschluss Schimmel entstehen schnell; Einfluss auf die Reife haben Online-Käufer nicht; während Tomaten und Pfirsiche nachreifen, ist dies bei Beerenfrüchten nicht der Fall
  • Avocado-Liebhaber wissen, wie schwierig die Auswahl der perfekten Frucht ist; es gilt, die goldene Mitte zu finden, d.h., sie darf weder zu weich noch zu hart sein; die Chance, von einem Online-Händler die perfekte Avocado zu erhalten, ist gering
  • Fleisch, Fisch – der Transport von tierischen Produkten über mehrere Stunden ohne Kühlung ist risikoreich; vor allem Fisch verdirbt in diesem Fall bereits nach einem Tag, gleiches gilt für manche Fleischsorten, darunter Spieße, Innereien, Gulasch und Geschnetzeltes; eine Alternative ist, bei kürzeren Lieferwegen Tiefgefrorenes zu bestellen, zu beachten ist jedoch, dass es nach dem Auftauen nicht erneut eingefroren werden sollte
  • Eier – die Hühnerprodukte sind äußerst empfindlich, weshalb sich auch im Einkaufsladen die Überprüfung auf Risse und Löcher empfiehlt; zwar werden zerbrechliche Lebensmittel von Online-Händlern besonders sorgfältig eingepackt, jedoch kommen Eier trotzdem nicht immer unbeschädigt an
Konserven in einem Supermarkt-Regal.
Lebensmittel in Konserven sind ideal für den Online-Versand.

Pixabay.com, Joenomias (CC0 Public Domain)

Warum Verbraucher den Online-Einkauf schätzen

Eine Studie des Hilfswerks Brot für die Welt (BVDW) mit dem Thema „Welche Vorteile hat aus Ihrer Sicht der Online-Kauf von Lebensmitteln?“ erbrachte folgende Ergebnisse:

  • ich kann jederzeit bestellen: 60 Prozent
  • ich muss weniger tragen: 55 Prozent
  • ich spare Zeit: 50 Prozent
  • man muss nicht in einen vollen Supermarkt gehen: 47 Prozent
  • ich kann von überall bestellen: 44 Prozent
  • die Suche nach bestimmten Produkten gelingt schneller: 27 Prozent
  • es ist günstiger als in einem Ladengeschäft: 8 Prozent
  • Empfehlungen aufgrund meines Einkaufsverhaltens: 8 Prozent
  • automatische Nachbestellung von Lebensmitteln: 8 Prozent
  • nichts davon: 9 Prozent

Der Großteil der Online-Lebensmittel-Besteller lebt in Großstädten und/oder verfolgt eine spezielle Ernährungsweise. Die Auswahl an entsprechenden Produkten ist im Internet erfahrungsgemäß größer als in einem Offline-Geschäft. Vor allem Menschen der Altersklasse zwischen 25 bis 44 Jahren nutzen die Online-Alternative. Im Jahr 2021 gab es 4,41 Millionen Personen in Deutschland, die Lebensmittel im Netz einkauften.

Zudem gibt es immer mehr Unternehmen und Dienstleistungsbetriebe, die gleichfalls in das vorteilhafte Onlineshopping einsteigen. So können sie ihren Kollegen und Kunden jederzeit frische Mahlzeiten anbieten, ohne sich selbst um den Einkauf zu kümmern oder einen Mitarbeiter in seiner Arbeitszeit damit zu beauftragen. Im Pflegedienst gewinnen die Beschäftigten wertvolle Stunden, die den zu betreuenden Menschen zugutekommen.

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