Lexikon
Appenzẹll
Hauptort des Halbkantons Appenzell-Innerrhoden, an der Sitter, 775 m ü. M., 6200 Einwohner; Textilindustrie; Fremdenverkehr; hölzerne Bürgerhäuser, Pfarrkirche St. Mauritius (gegründet 1061), Schloss (1563–1570). Der Name wird abgeleitet von abbatis cella („Zelle des Abts“), einem vor 1071 gegründeten Hof des Klosters St. Gallen.
Geschichte
Das durch Einzelhöfe und Hofgruppen spät besiedelte voralpine Hügelland stand im hohen Mittelalter unter der Herrschaft des Klosters St. Gallen, von der es sich im 14.–16. Jahrhundert im Zuge der kommunalen Verselbständigung wie auch der Eingliederung in die Eidgenossenschaft löste (1377 Bündnis mit dem Schwäbischen Städtebund, 1401 bis 1429 Appenzeller Kriege, 1411 Burg- und Landrecht mit den Eidgenossen, 1452 Bündniserneuerung, 1513 Aufnahme in die Eidgenossenschaft als letzter der sogenannten 13 alten Orte, 1566 Ablösung der letzten Rechte des Abts); nachdem die Reformation die Trennung in zwei konfessionelle Lager gebracht hatte, erfolgte während der Gegenreformation 1597 die sogenannte Landteilung in die Halbkantone Appenzell-Innerrhoden (katholisch) und Appenzell-Außerrhoden (reformiert); erst 1990 führte Appenzell-Innerrhoden aufgrund einer Entscheidung des schweizerischen Bundesgerichts das Stimm- und Wahlrecht für Frauen ein; 1997 schaffte Appenzell-Außerrhoden die Landsgemeinde ab.
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