Lexikon

Arbeiterbewegung

der Machtkampf der industriellen Arbeiter zur Umgestaltung der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung. Nachdem der 3. Stand der Bürger im Zusammenhang mit der Französischen Revolution seine Gleichberechtigung erkämpft hatte, setzte ein Menschenalter später die Arbeiterbewegung ein (die Arbeiterschaft als 4. Stand). Ausgangspunkt war die schnelle wirtschaftliche Entwicklung und damit zusammenhängend das schnelle zahlenmäßige Anwachsen der Arbeiterschaft, besonders im Zusammenhang mit der völlig unzureichenden wirtschaftlichen und sozialen Lage zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die herrschende Schicht und der Staat standen damals den Problemen der Arbeiterschaft verständnislos und ablehnend gegenüber. Zunächst war der Kampf der Arbeiter gegen die Zustände völlig ungeregelt und wirkte sich in Maschinenstürmerei, z. T. auch in rückschrittlichen Forderungen, wie z. B. einer Rückführung auf eine Agrarwirtschaft, aus. Erst im Zusammenhang mit den Revolutionen 1830 und 1848 gewann die Arbeiterbewegung politisch und wirtschaftlich feste Zielrichtung und auf der Grundlage des theoretischen Sozialismus und des Kommunistischen Manifests von 1848 auch eine ideologische Grundlage, die im grundsätzlichen Widerspruch zum herrschenden Liberalismus des Bürgertums stand. Zur Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen Bestrebungen, vor allem zum Ausgleich ihrer wirtschaftlichen Unterlegenheit gegenüber dem Arbeitgeber, schlossen sich die Arbeiter zu Gewerkschaften zusammen, um mit deren Hilfe eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erreichen, in England schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Trade Unions, in Deutschland später in den Arbeitervereinen (F. Lassalle). Auch das Genossenschaftswesen, besonders die Konsumgenossenschaften, war ihnen Mittel zur Besserung ihrer Lage. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zur Bildung von Arbeiterparteien, nachdem eine Trennung von den fortschrittlichen bürgerlichen Parteien stattgefunden hatte. 1875 schlossen sich die verschiedenen sozialistisch beeinflussten Parteien zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, seit 1890 SPD, zusammen. Nach der bolschewistischen Revolution 1917 in Russland spaltete sich die gesamte politische Arbeiterbewegung in sozialistische und kommunistische Arbeiterparteien.
Die Beteiligung der Arbeiterparteien an der Regierung, die Anerkennung der Gewerkschaften als Partner beim Abschluss von Tarifverträgen und die Mitbestimmung der Arbeiter in den Betrieben kennzeichnen den Anteil, den die Arbeiterschaft heute an der Gestaltung des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens erlangt hat.
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