Lexikon
Austerlitz
An dem wenig lebhaften Äußeren Franz' II. bemerkte man kaum einige Unruhe; als er aus dem Wagen stieg und Napoleon erblickte, der - wie mir schien - bereit war, ihn zu umarmen, regte sich nichts in den Zügen des österreichischen Kaisers. Wie wenn er durch dieses kalte, ausdruckslose Äußere jenes Monarchen plötzlich wie zu Eis erstarrt sei, hielt Napoleon nun seinerseits seine Gefühle in einem so feierlichen Augenblick zurück.
Es war unmöglich, in den Augen des Kaisers von Österreich auch nur einen einzigen Blick zu entdecken, der doch so natürlich bei einer ersten Zusammenkunft mit einem so großen Manne gewesen wäre. Seine ersten Worte indes waren dem Augenblick angemessen. Er hoffe, sagte er, dass unser Kaiser den Schritt zu würdigen wisse, den er täte, um den allgemeinen Frieden zu beschleunigen. Sogleich aber fügte er mit einem eigentümlichen, ohne Zweifel erzwungenen Lachen hinzu: 〉Sie wollen mich also berauben, mir meine Staaten nehmen?〈 ... Es war uns allen ein peinliches Gefühl, den Monarchen ... mit solch kleinlichen Einzelheiten beschäftigt zu sehen."
Neandertaler-Linie war 50.000 Jahre isoliert
In der Endzeit der Neandertaler gab es in Europa offenbar mindestens zwei genetisch voneinander getrennte Linien. Das legen DNA- und Isotopen-Analysen eines Neandertalers nahe, der 2015 in der Grotte Mandrin in Frankreich entdeckt wurde. Das Individuum, dem die Forschenden den Spitznamen „Thorin“ gaben, lebte demnach vor etwa 42....
Besser vorbereitet
Die Gefahr einer nächsten Pandemie ist stets präsent. Was Wissenschaftler tun, damit gefährliche Erreger frühzeitig erkannt werden. von RAINER KURLEMANN Einmal in der Woche bringt die Paketpost gekühlte Gefäße mit einer trüben Brühe in das Labor von Emanuel Wyler. Der Wissenschaftler am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin...