Lexikon
Chemotherapie
zusammenfassende Bezeichnung für die Behandlung von Infektionserregern (Bakterien, Viren, Protozoen, Pilzen, Würmern) und bösartigen Tumorzellen mit chemischen Mitteln (Chemotherapeutika); heute im Allgemeinen gleichbedeutend mit einer Behandlung von Tumoren mit Cytostatika verwendet (onkologische Chemotherapie). In der onkologischen Chemotherapie werden je nach Art und Stadium des Tumors unterschiedliche Behandlungsziele verfolgt. Nur bei wenigen bösartigen Tumoren ist derzeit eine Heilung nur durch Chemotherapie möglich (kurative Chemotherapie), z. B. bei akuten lymphatischen Leukämien, Lymphomen oder Hodentumoren. In den meisten Fällen wird sie unterstützend in Verbindung mit einer Operation oder Strahlentherapie eingesetzt (adjuvante Chemotherapie). In manchen Fällen dient sie auch der Verminderung des Tumorwachstums, um die Lebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern (palliative Chemotherapie). Da die bei der Chemotherapie eingesetzten Cytostatika die Zellteilung hemmen, schädigen sie auch gesunde Zellen, so dass eine Chemotherapie mit mehr oder weniger heftigen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Haarausfall einhergeht.
Geschichte
P. Ehrlich, der 1910 das Salvarsan zur Bekämpfung der Syphilis entwickelte, gilt als der Begründer der Chemotherapie. 1935 gelang G. Domagk die Heilung von Streptokokkeninfektionen mit Sulfonamiden. Mit der Entdeckung des Penicillins legte A. Fleming 1941 den Grundstein für die heute breit angewandte Antibiotikabehandlung.
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