Lexikon

Das erste Lob der Monarchie

Das erste Lob der Monarchie
In seinen Historien stellt der griechische Geschichtsschreiber Herodot in Form einer fiktiven Debatte erstmals in der Literatur die Frage nach der besten Herrschaft:

[Otanes plädiert für die Herrschaft des Volkes:] ... , denn auf der Masse beruht der ganze Staat.

[Dagegen verteidigt Megabyzods die Vorzüge der Oligarchie:]: ...Es gibt nichts Unverständigeres und Hochmütigeres als die blinde Masse... Es ist doch klar, das von den Adligsten auch die edelsten Entschlüsse ausgehen.
[Dareios als Verfechter der Monarchie:] Was Megabyzos gegen die Masse gesagt hat, billige ich, nicht aber, was er über die Oligarchie sagt.
Drei Verfassungen sind möglich; nehmen wir sie alle in ihrer höchsten Vollendung an, stellen wir uns also die vollkommene Demokratie, die vollkommene Oligarchie und die vollkommene Monarchie vor, so verdient die letztere, behaupte ich, bei weitem den Vorzug. Es gibt nichts Besseres, als wenn der Beste regiert. Er wird untadelig für sein Volk sorgen, und Beschlüsse gegen Feinde des Volkes werden am besten geheim gehalten werden. In der Oligarchie, wo viele sich um das Allgemeinwohl verdient machen wollen, pflegt es zu heftigen Privatfehden zu kommen. Jeder will der Erste sein und seine Meinung durchsetzen; so verfehden sie sich aufs ärgste miteinander, Unruhen entstehen, und in den Unruhen kommt es zu Mordtaten. Das pflegt dann wieder zur Monarchie zu führen, und man sieht daraus, dass sie doch die beste Verfassung ist. Herrscht dagegen das Volk, so kann es nicht ausbleiben, dass Schlechtigkeit und Gemeinheit sich einstellen.
Drängt sich aber die Schlechtigkeit in die Sorge um die Allgemeinheit, so kommt es zwar nicht zu Fehden unter diesen Schlechten, aber umgekehrt zu festen Verbrüderungen. Sie verschwören sich gleichsam, um den Staat auszubeuten. Das dauert solange, bis ein Führer dem Treiben ein Ende macht... So zeigt sich auch hier wieder, dass die Monarchie die beste Verfassung ist... Und überhaupt sollen wir die überlieferte Verfassung nicht umstoßen. Das ist von Übel!
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