Lexikon

Die Königskrönung Ottos I. am 7. August 936

Die Königskrönung Ottos I. am 7. August 936
Widukind von Corvey * um 925,  nach 973) schildert die Zeremonie in seiner Geschichte der Sachsen:

Als man dorthin [nach Aachen] gekommen war, versammelten sich die Herzöge und die Ersten der Grafen mit der Schar der vornehmsten Ritter in dem Säulenhof, der mit der Basilika Karls des Großen verbunden ist, und sie setzen den neuen Herrscher auf einen hier aufgestellten Thronsessel; hier huldigten sie ihm, gelobten Treue und versprachen ihm Hilfe gegen alle seine Feinde und machten ihn so nach ihrem Brauche zum Könige. Während dies die Herzöge und die übrigen Amtsträger taten, erwartete der Erzbischof mit der gesamten Priesterschaft und dem ganzen Volk innen in der Basilika den Aufzug des neuen Königs. Als dieser eintrat, ging ihm der Erzbischof entgegen... und schritt vor bis in die Mitte des Heiligtums, wo er stehen blieb. Dann zum Volke gewandt... sprach er: Sehet, hier bringe ich euch den von Gott erkorenen und einst vom großmächtigen Herrn Heinrich bestimmten, nun aber von allen Fürsten zum Könige gemachten Otto; wenn euch diese Wahl gefällt, so bezeugt dies, indem ihr die rechte Hand zum Himmel emporhebt. Darauf hob alles Volk die Rechte in die Höhe und wünschte mit lautem Zuruf dem neuen Herrscher Heil...

[Der Erzbischof] trat an den Altar, nahm hier das Schwert mit dem Wehrgehenk und sprach zum König gewendet: Empfange dieses Schwert und treibe mit ihm aus alle Widersacher Christi... Sodann nahm er die Spangen und den Mantel und bekleidete ihn damit, indem er sagte: Die bis auf den Boden herabreichenden Zipfel deines Gewandes mögen dich erinnern, von welchem Eifer im Glauben du entbrennen und in Wahrung des Friedens beharren sollst bis in den Tod. Darauf nahm er Zepter und Stab und sprach: Diese Abzeichen sollen dich ermahnen, mit väterlicher Zucht deine Untertanen zu leiten und vor allem den Dienern Gottes, den Witwen und Waisen die Hand des Erbarmens zu reichen....
Alsbald [wurde der König] mit dem heiligen Öle gesalbt und mit dem goldenen Diadem gekrönt von den Bischöfen Hildebert und Wichfrid, und als nun die rechtmäßige Weihe vollzogen war, wurde er von eben denselben Bischöfen zum Thron geführt...
Felsgravur eines Kamels
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