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LEXIKON

Duvivier

[
dyviˈvje:
]
Julien, französischer Filmregisseur, * 8. 10. (n. a. A. 3. 10.) 1896 Lille,  29. 10. (n. a. A. 30. 10.) 1967 Paris; besonders erfolgreich in der Zusammenarbeit mit J. Gabin; Filme u. a. „Pépé le Moko - Im Dunkel von Algier“ 1937; „Spiel der Erinnerung“ 1937; „Panik“ 1947; „Unter dem Himmel von Paris“ 1951; „Don Camillo und Peppone“ 1952; „Don Camillos Rückkehr“ 1953.
Duvivier, Julien
Julien Duvivier
  • Deutscher Titel: Spiel der Erinnerung
  • Original-Titel: UN CARNET DE BAL
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1937
  • Regie: Julien Duvivier
  • Drehbuch: Henri Jeanson, Jean Sarment, Bernard Zimmer, Pierre Wolff, Yves Mirande, Julien Duvivier
  • Kamera: Michel Kelber, Philippe Agostini, Pierre Levent
  • Schauspieler: Maria Bell, Fernandel, Françoise Rosay, Pierre Blanchar
  • Auszeichnungen: Coppa Mussolini Filmfestspiele Venedig 1937
Nach dem Tod ihres Mannes fällt Christine (Maria Bell) eine zehn Jahre alte Tanzkarte in die Hand. Sie beschließt, die Freunde von früher aufzusuchen, doch es gelingt ihr nicht, an alte Erinnerungen anzuknüpfen. Teils sind die Freunde verstorben, teils in ihren Berufen etabliert. Nur der stets lustige Friseur Fabien (Fernandel) scheint noch so wie einst zu sein und begleitet Christine auf einen Ball. Doch auch dieser Versuch, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, endet enttäuschend. Erst durch die ihr aufgetragene Sorge um den verwaisten Sohn ihres letzten, soeben verstorbenen, Jugendfreundes erhält sie eine neue Aufgabe.
Der einfühlsam gedrehte Episodenfilm von Julien Duvivier macht dieses Genre in Frankreich populär.
  • Deutscher Titel: Don Camillo und Peppone
  • Original-Titel: LE PETIT MONDE DE DON CAMILLO
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1952
  • Regie: Julien Duvivier
  • Drehbuch: Julien Duvivier, René Barjavel
  • Kamera: Nicolas Hayer, Noel Martin
  • Schauspieler: Fernandel, Gino Cervi, Sylvie, Vera Talqui, Franco Interlenghi
Auf der Grundlage der Fortsetzungsgeschichte des Autors Giovanni Guaresci dreht Julien Duvivier 1952 den ersten einer ganzen Reihe von »Don-Camillo«-Filmen.
In einem kleinen norditalienischen Dorf liefern sich Pater Don Camillo (Fernandel) und der kommunistische Bürgermeister Peppone (Gino Cervi) hitzige Auseinander setzungen. Sie haben beide dasselbe Ziel: Sie wollen möglichst viele Anhänger für ihre Weltanschauung gewinnen. Hinter dem mit allen Mitteln geführten Kampf zwischen Glauben und Ideologie verbirgt sich große Hochachtung der Kontrahenten voreinander, die dazu führt, dass keiner der beiden letztlich siegt.
Duvivier karikiert liebevoll die italienische Mentalität. Die beiden Hauptfiguren sind temperamentvolle und zuweilen starrsinnige Vertreter ihrer Sache. Ihr Engagement geht aber nie so weit, dass sie Menschlichkeit und Lebensfreude aus den Augen verlieren. Don Camillo drückt im Zweifelsfall in moralischen Fragen ein Auge zu, der linientreue Peppone in Ideologiefragen. Höhepunkte des Films sind die Dialoge Don Camillos mit der sprechenden Jesus-Statue in seiner Kirche, die den Hüter von Moral und Glauben meist bremsen muss. Eine ähnlich ironische Anspielung liefert Peppone, der im äußeren Erscheinungsbild dem sowjetischen Diktator Josef Stalin ähnelt.
Der Erfolg des Films wird von den beiden Hauptdarstellern getragen denen der Spaß am Spiel anzumerken ist. Fernandel und Cervi spielen auch die Hauptrollen in den vier Fortsetzungen die in den kommenden Jahren von verschiedenen Regisseuren inszeniert werden:
  • 1953: »Don Camillos Rückkehr« (Julien Duvivier)
  • 1955: »Die große Schlacht des Don Camillo« (Carmine Gallone)
  • 1961: »Hochwürden Don Camillo« (Carmine Gallone)
  • 1965: »Genosse Don Camillo« (Luigi Comencini).
Keine Filmreihe der 50er und 60er Jahre ist erfolgreicher als diese.
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