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LEXIKON

Fall Konstantinopels

Fall Konstantinopels
Vor dem Schlussangriff auf die byzantinische Hauptstadt ruft Sultan Mehmed II. sein osmanisches Heer zum Kampf auf und verspricht reiche Beute. Nachfolgend gibt ein byzantinischer Geschichtsschreiber eine schicksalsergebene Erklärung zum Fall der Stadt:

Liebe Kinder, im Namen Gottes und Mohammeds, seines Propheten, und in meinem eigenen Namen, der ich der Diener Gottes bin, bitte ich euch und ermahne euch, am morgigen Tage ewigen Ruhmes würdige Taten zu tun, wie es auch unsere Vorväter immer bis auf den heutigen Tage getan haben, was aller Welt kund ist, und mit Mut, tapfer und großherzig euch von den Leitern wie Vögel auf die Mauer herabzulassen ... Wenn auch einige von euch umkommen, wie es im Krieg zu geschehen pflegt, so wie es für sie vom Schicksal bestimmt ist, wisst ihr doch wohl aus unserem Koran, was der Prophet sagt, dass einer, der in solchem Augenblicke fällt, leiblich ins Paradies versetzt wird und mit Mohammed schmausen und trinken wird, und mit Knaben und schönen Frauen und Mädchen auf einem grünen, von Blumen duftenden Rasen ausruht, und in herrlichen Bädern badet; von Gott erhält er all dies zum Lohne ... Drei Tage hindurch soll die Stadt zur Plünderung euch gehören. Was ihr da erbeutet und findet, an Gold und Silbergeschirr, Kleidern, Gefangenen - seien es Männer oder Weiber - ... niemand soll es euch abfordern oder euch irgendwie darum behelligen. Es war eine Prüfung von Gott, die seit langem verhängt war, dass das Reich der Römer das Äußerste an Unglück erleiden sollte. So wirkten durch den...Ratschluss der Vorsehung alle möglichen Heimsuchungen...zusammen, und alles, was gut...gewesen wäre, wurde nach göttlichem Ratschluss gehemmt."

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