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LEXIKON

Fritsch

Werner Freiherr von, deutscher Offizier (1936 Generaloberst), * 4. 8. 1880 Benrath,  22. 9. 1939 vor Warschau (gefallen); 1934 Chef der Heeresleitung, ab 1935 Oberbefehlshaber des Heeres; äußerte 1937 Zweifel an Hitlers Expansionsplänen, wurde 1938 aufgrund einer Intrige (Vorwurf der Homosexualität) von Hitler entlassen. Fritsch wurde im gleichen Jahr rehabilitiert, aber nicht wieder in sein Amt eingesetzt.
Fritsch, Werner von
Werner von Fritsch
Fritsch widerspricht Hitler
Fritsch widerspricht Hitler
Am 10. 11. 1937 eröffnete Hitler seinen höchsten Militärs seine Absicht, die nächste Gelegenheit zum Kriege zu nutzen. Er stieß auf behutsam vorgetragene Bedenken von Fritschs und von Blombergs. Protokolliert wurde das Gespräch von Oberst Hoßbach (Auszug):

[Hitler:] Zur Lösung der deutschen Frage könne es nur den Weg der Gewalt geben, dieser niemals risikolos sein ... Stellt man an die Spitze der nachfolgenden Ausführungen den Entschluss zur Anwendung von Gewalt unter Risiko, dann bleibt noch die Beantwortung der Fragen wann und wie ...

An sich glaube der Führer, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit England, voraussichtlich aber auch Frankreich die Tschechei bereits im Stillen abgeschrieben und sich damit abgefunden hätten, dass diese Frage eines Tages durch Deutschland bereinigt würde. ...
Feldmarschall von Blomberg und Generaloberst von Fritsch wiesen bei der Beurteilung der Lage wiederholt auf die Notwendigkeit hin, dass England und Frankreich nicht als unsere Gegner auftreten dürften ...
Zu den seitens des Feldmarschalls von Blomberg und des Generalobersten von Fritsch hinsichtlich des Verhaltens Englands und Frankreichs angestellten Überlegungen äußerte der Führer in Wiederholung seiner bisherigen Ausführungen, daß er von der Nichtbeteiligung Englands überzeugt sei und daher an eine kriegerische Aktion Frankreichs gegen Deutschland nicht glaube ...
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