Wahrig Herkunftswörterbuch
Stich: jemanden im Stich lassen
Zu den etymologisch umstrittensten Redewendungen gehört das auch heute noch verbreitete jemanden im Stich lassen „jemanden in einer schwierigen Situation allein lassen, ihm nicht helfen“. Von den zahlreichen Erklärungen ist eine besonders „stichhaltig“: die Herleitung der Redensart aus dem Turnierwesen bzw. aus dem bürgerlichen Stechen, das die Städte veranstalteten, als das Mittelalter sich dem Ende zuneigte. Es handelte sich dabei um Kampfspiele, die Ritterturniere nachahmten und bei denen Preise ausgesetzt waren – dies ist auch die Quelle der Bedeutung von um etwas stechen „um einen Preis kämpfen“. Der Kampf wurde auch mit dem Wort Stich bezeichnet, was die ursprüngliche Bedeutung der Wendung gut erklärt: Fand man sich im Stich gelassen wieder, war man also allein im Kampf, so geriet man in Bedrängnis und sogar in tödliche Gefahr. Vom Kampfspiel übertrug man den Begriff Stich später auf andere Spiele, etwa Schieß–, Kegel– und Kartenspiele.
Wissenschaft
Ozonbelastung verringert Kohlenstoffbindung
Was uns an heißen Sonnentagen belastet, macht offenbar auch tropischen Bäumen schwer zu schaffen: Bodennahes Ozon, das sich durch Luftverschmutzung bildet, schränkt das Wachstum der Tropenwälder deutlich ein, geht aus einer Studie hervor. Den Hochrechnungen zufolge könnte anthropogene Ozonbelastung zu einer um 17 Prozent...
Wissenschaft
Umweltfreundliches Ammoniak aus Abwasser
Die industrielle Herstellung von Ammoniak benötigt bislang viel Energie und ist für hohe CO2-Emissionen verantwortlich. Eine Studie zeigt nun eine Alternative auf: Mit Hilfe eines elektrochemischen Ansatzes ist es Forschenden gelungen, Ammoniak aus nitratbelastetem Abwasser zu gewinnen. Dabei kommt ein Dreikammer-System zum...