Lexikon

Für eine Handvoll Dollar

  • Deutscher Titel: Für eine Handvoll Dollar
  • Original-Titel: PER UN PUGNO DI DOLLARI
  • Land: Italien
  • Jahr: 1964
  • Regie: Sergio Leone
  • Drehbuch: Sergio Leone, Duccio Tessari, Victor A. Catena
  • Kamera: Massimo Dallamano
  • Schauspieler: Clint Eastwood, Gian Maria Volonté, Marianne Koch, José Calvo
Nach katastrophalen Testvorführungen läuft ohne jede Werbung in einem kleinen Kino in Florenz im August 1964 der Film an, mit dem der Siegeszug des »Italo-Westerns« beginnt. Sergio Leones Streifen »Für eine Handvoll Dollar« wird allein durch Mundpropaganda zum Überraschungshit in Europa und erobert bald darauf auch Amerika.
Die Story ist angelehnt an »Yoyimbo« (1961) von Akira Kurosawa: Der abgerissene Revolvermann Joe (Clint Eastwood) kommt nach San Miguel an der mexikanischen Grenze. Zwei verfeindete Familien herrschen über die Stadt: Die Schnapsbrennersippe der mexikanischen Rojo-Brüder und die amerikanischen Baxters, die mit Waffen handeln. Joe arbeitet für beide Parteien und hetzt sie weiter gegeneinander auf. Nach vielen Grausamkeiten hat er schließlich beide Gaunerfamilien getötet, weil sie »ungerecht« waren.
Einige italienische Western waren Leones Film vorausgegangen, aber keiner brach so radikal mit allen Regeln des klassischen Genres: In der Geschichte gibt es keine »sauberen« Vorbilder, keine schönen Landschaften und keine romantischen Momente. Stattdessen betritt ein neuer Heldentyp die Leinwand, der nur für sich kämpft und gewinnt, weil er noch härter als die Gegner ist. Eine heruntergekommene Szenerie in sonnenversengter Landschaft bildet die wenig idyllische Kulisse. Grelle Bild- und Toneffekte beschwören eine neue Atmosphäre herauf, die die todesverachtende Lässigkeit des Helden unterstreicht, durch die Clint Eastwood zum Idol einer ganzen Generation junger Kinogänger wird.
In den Folgejahren entstehen hunderte Italo-Western, doch nur wenige Regisseure können den neuen Mythos des alten Westerns so überzeugend vermitteln wie Leone mit diesem und zwei weiteren »Dollar«-Filmen: »Für ein paar Dollar mehr« (1965) und »Zwei glorreiche Halunken« (1966).
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