Wahrig Herkunftswörterbuch
Mittelalter
Vom finsteren Mittelalter ist häufiger die Rede, wenn es um diese Epoche zwischen Antike und Neuzeit geht. Das Wort Mittelalter selbst erscheint aber erst 1809 im Titel von Campes Geschichtswerk Die kürzeste und bündigste Charakteristik des Mittelalters deutscher Nation. Daher kann der Ausruf das ist ja wie im finster(st)en Mittelalter!, der die Rückständigkeit mancher bis heute bestehenden Bräuche in verschiedenen Teilen der Welt beklagt, frühestens im 19. Jahrhundert entstanden sein. Noch bei Christoph Martin Wieland hieß die entsprechende Bezeichnung mittlere Zeit(en) oder Mittelzeit, Goethe sprach dagegen nicht nur von der Mittelzeit, sondern auch schon vom Mittelalter. Als „finsteres Zeitalter“ galt das Mittelalter besonders den Renaissancehumanisten, und sie setzen sich mit ihren Ideen – besonders durch das Anknüpfen an die lateinische Antike – von jener Finsternis ab.
Die sprichwörtliche Fackel der Aufklärung – der Epoche, die sich nicht umsonst in ihrer englischen und französischen Entsprechung (the Age of Enlightenment und le siècle des Lumières) noch offensichtlicher auf das „Licht“ beruft – sollte die letzten Reste dieser mittelalterlichen Finsternis, die man in der Monarchie erkannte, beseitigen.
Die sprichwörtliche Fackel der Aufklärung – der Epoche, die sich nicht umsonst in ihrer englischen und französischen Entsprechung (the Age of Enlightenment und le siècle des Lumières) noch offensichtlicher auf das „Licht“ beruft – sollte die letzten Reste dieser mittelalterlichen Finsternis, die man in der Monarchie erkannte, beseitigen.
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